Sonnenbrillengläser günstig online bestellen bei EYEGLASS24
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Sonnenbrillengläser online bestellen

Sie wollen Ihre Sonnenbrille neu verglasen lassen? Mit Sehstärke? Dann sind Sie bei EYEGLASS24 genau richtig. Wir sind der Spezialist, wenn es um die Verglasung von Sonnenbrillen geht und zudem sehr günstig. Gegenüber stationären Optikern dürfen Sie mit einer Preisersparnis von bis zu 70% rechnen. Wir bieten verschiedene Tönungsfarben und Tönungsintensitäten an, alle unsere Sonnenbrillengläser haben UV-Schutz.

Wenn Sie mehr über Sonnenbrillengläser erfahren wollen, lesen Sie unten weiter oder bestellen Ihre Wunschgläser ganz einfach über unseren Brillenkonfigurator.

 

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1. Was sind Sonnenbrillengläser?

Sonnenbrillengläser sind Brillengläser mit einer dunklen Tönung und einem UV-Filter. Sie haben zwei wichtige Funktionen:

  • Sie bieten Blendschutz, also Schutz vor grellem sichtbarem Licht. Der Blendschutz wird durch die dunkle Tönung gewährleistet.
  • Sie bieten UV-Schutz, sowohl für die Augen selbst als auch für die zarte Haut rund um die Augen. Der UV-Schutz wird entweder direkt durch das Kunststoffmaterial der Brillengläser oder durch UV-filternde Additive realisiert.

Ein weiterer kleiner, aber greifbarer Vorteil der Sonnenbrille: Dadurch, dass wir hinter einem dunklen Sonnenbrillenglas nicht mehr die Augen zusammenkneifen müssen, bleibt die Haut rund um die Augen glatt. So verhindern beziehungsweise verzögern Sonnenbrillengläser die Entstehung von Mimikfalten um die Augen, den sogenannten Krähenfüßen.

1.1. Das größte Missverständnis rund um Sonnenbrillengläser

Was Sonnenbrillengläser sind, weiß jeder. Was Sonnenbrillengläser leisten, auch. Viele meinen aber, dass es die dunkle Tönung wäre, die unsere Augen nicht nur vor zu grellem Licht, sondern auch vor UV-Strahlen schützt.

Das ist falsch. Die dunkle Tönung von Sonnenbrillengläsern hat nichts mit dem UV-Schutz zu tun. Ein vollkommen ungetöntes, perfekt durchsichtiges Brillenglas kann haargenau den gleichen UV-Schutz bieten wie ein Sonnenbrillenglas. Umgekehrt kann ein praktisch schwarzes Brillenglas einen sehr unzulänglichen UV-Schutz haben.

Ob ein Brillenglas UV-Strahlung absorbiert, ist ohne spezielle Messgeräte für uns nicht erkennbar. Eine sichtbare Tönung sagt nur etwas darüber aus, welche Farben des sichtbaren Lichts ein Brillenglas absorbiert. So erscheinen etwa Blaulicht-absorbierende Brillengläser in Gelb, der Komplementärfarbe von Blau. Und grau-schwarz getönte Brillengläser absorbieren von jeder Farbe des sichtbaren Lichts ein bisschen. Dagegen bleibt Absorption im UV-Bereich ohne Einfluss auf die Farbe der Brillengläser.

Die dunkle Tönung von Sonnenbrillengläsern dient ausschließlich dem Blendschutz. Der UV-Schutz ist eine davon unabhängige Eigenschaft und hat mit der Intensität der Tönung nichts zu tun.

1.1.2. Moment – also haben meine Sonnenbrillengläser jetzt UV-Schutz oder nicht?

Keine Sorge: Wenn Sie Ihre Sonnenbrille nicht gerade am Straßenrand von einem fliegenden Händler gekauft haben, wenn sie ein CE-Zeichen hat (auf der Innenseite der Bügel zu finden) und 100 % UV-Schutz oder sogar UV 400 draufsteht, dann bietet sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch UV-Schutz. Das liegt dann aber eben nicht an der dunklen Tönung, sondern daran, dass die Brillengläser unabhängig von der Tönung auch UV-Strahlung absorbieren.

1.1.3. Dunkle Brille ohne UV-Filter: Gar keine gute Idee

Eine dunkel getönte Brille ohne ausreichenden UV-Filter ist potentiell schädlich für die Augen. Da unsere Pupille auf die Intensität des sichtbaren Lichts reagiert, öffnet sie sich hinter den dunklen Gläsern unwillkürlich ganz weit. Fehlt der UV-Filter, gelangt jetzt sogar viel mehr UV-Strahlung in die Augen als ganz ohne Brille.

Weil Sie die UV-Filtereigenschaften von Sonnenbrillengläsern nicht visuell beurteilen können, sollten Sie nur Sonnenbrillen mit CE-Zeichen kaufen. Klar lässt sich auch ein CE-Zeichen fälschen ... aber bei Sonnenbrillen, die Sie in Europa in einem regulären Geschäft gekauft haben, ist diese Wahrscheinlichkeit verschwindend gering. Im Zweifelsfall kann ein Optiker messen, wie es um den UV-Schutz Ihrer Sonnenbrillengläser bestellt ist. 

Selbstverständlich bieten alle Sonnenbrillengläser von EYEGLASS24 geprüften UV400-Schutz.

1.2. Tönungen, Verlaufstönung, Verspiegelung, polarisierende Sonnenbrillengläser

Neben den klassischen Sonnenbrillengläsern – also Brillengläsern mit einer leichten, mittleren oder starken Tönung in Braun, Grau oder Farbig – gibt es auch Sonnenbrillengläser, die zusätzlich zur Tönung eine Verspiegelung oder eine polarisierende Beschichtung haben.

1.2.1. Was sind Tönungen?

Die Tönung – also das, was ein Sonnenbrillenglas zum Sonnenbrillenglas macht – besteht aus Pigmenten (Molekülen, die bevorzugt Licht einer bestimmten Wellenlänge absorbieren), die

a) während der Herstellung des Brillenglases dem flüssigen Glasmaterial beigemischt werden oder 

b) als gleichmäßig dünne Schicht auf Vorder- und Rückseite des fertigen Glasrohlings aufgebracht werden

Für Sonnenbrillengläser mit Sehstärke ist b) die bessere Methode. Warum? Weil Brillengläser mit Sehstärke in der Mitte und am Rand unterschiedlich dick sind. Bei eingefärbtem Glasmaterial führen unterschiedliche Dicken zu unterschiedlichen Tönungsintensitäten.

Die Farbe der Gläser ergibt sich aus der Mischung von Pigmenten mit verschiedenen Absorptionseigenschaften. Die Tönungsintensität wird durch die Menge an zugegebenem Pigment beziehungsweise die Dicke der aufgebrachten Pigmentschicht kontrolliert. Kunststoffbrillengläser werden mit organischen Farbstoffen oder Metalloxiden gefärbt, Mineralglasbrillengläser mit Metalloxiden oder reinem Metall.

1.2.2. Was sind Verlaufsgläser?

Verlaufsgläser, Verlaufstönungen, Gradient oder Farbverlauf: Diese Bezeichnungen stehen für Sonnenbrillengläser, deren Tönung sich von oben nach unten allmählich aufhellt. Damit schützen solche Linsen vor von oben kommendem Licht, während sie gleichzeitig das Erkennen von möglicherweise verschatteten Details im unteren Gesichtsfeldbereich ermöglichen. 

Auch wichtig: Durch Verlaufsgläser bleiben die Augen sichtbar – trotz intensiver Tönung im oberen Bereich.

Aviatorbrillen haben häufig Verlaufsgläser – und dieser Tönungstyp ist nicht nur für Piloten, sondern auch für Autofahrer ideal: Das Hin- und Herschauen zwischen Himmel/Straße und den Anzeigen auf dem Armaturenbrett wird so viel komfortabler. Grundsätzlich sind Verlaufsgläser für alle Situationen geeignet, bei denen nicht viel Helligkeit von unten in die Augen fällt. Eher ungünstig sind sie am Wasser und im Schnee.

Im EYEGLASS24 Brillen-Konfigurator finden Sie natürlich auch Sonnenbrillengläser mit Verlaufstönung. Nachdem Sie in unserem Konfigurator unter dem Punkt Tönung die Verlaufstönung ausgewählt haben, können Sie im nächsten Schritt zwischen den Farben Grau, Grün und Braun wählen. 

1.2.3. Was sind verspiegelte Sonnenbrillengläser?

Sonnenbrillengläser von EYEGLASS24 kommen von Haus aus mit einer Superentspiegelung. Das gilt aber natürlich nicht für unsere verspiegelten Sonnenbrillengläser: Hier ist der Spiegeleffekt erwünscht. 

Verspiegelte Sonnenbrillengläser haben zusätzlich zur Tönung eine oder mehrere dünne reflektierende Schichten auf der Glasvorderseite. Diese Schichten bestehen aus Titan, Nickel oder Chrom, aus Metalllegierungen wie Nichrome oder Inconel oder aus korrosionsbeständigen Oxiden wie Chromoxid, Titandioxid oder Siliziumdioxid.

Die Spiegelschichten funktionieren durch Umkehr des Prinzips der Entspiegelung: Ihre Dicke wird so gewählt, dass sich die an der vorderen und hinteren Begrenzung der Spiegelschicht reflektierten Lichtwellen maximal verstärken: Beträgt die Schichtdicke ein Vielfaches der Lichtwellenlänge, ist der reflektierte Lichtstrahl besonders intensiv. Perfekt funktioniert das pro Schicht immer nur für eine konkrete Wellenlänge. Durch geeignete Wahl der Schichtdicke(n) werden bestimmte Lichtfarben bevorzugt reflektiert; die Spiegelschicht erscheint dann farbig, oder sie ändert ihre Farbe in Abhängigkeit vom Einfallswinkel des Lichts.

Die Tiefe der hinter der Spiegelschicht befindlichen Tönung macht die Verspiegelung auffälliger (so, wie man sich in einer Glasscheibe umso deutlicher spiegelt, je heller es davor und je dunkler es dahinter ist). Der Effekt einer völlig undurchsichtigen Verspiegelung wird durch eine intensive Tönung der Brillengläser erreicht.

1.2.4. Was sind polarisierende Sonnenbrillengläser?

Polarisierende Sonnenbrillengläser reduzieren Blendeffekte, verbessern die Kontrastwahrnehmung und intensivieren die Farben der Umgebung. Ihre Anti-Blendwirkung ist besonders auf dem Wasser, und beim Autofahren im Sommer sehr vorteilhaft. (Bonus für Angler: Mit polarisierenden Brillengläsern können Sie Sie viel besser sehen, was unter der Wasseroberfläche vor sich geht.)

Bei zu hoher Lichtintensität entsteht das Gefühl des Geblendetseins. Verstärkt wird es dadurch, dass besonders viel diffuses Licht ins Auge fällt: Das ist Licht, das nicht direkt von einem Gegenstand in Blickrichtung kommt, sondern von der Seite einfällt oder auf seinem Weg in unser Auge mehrfach seine Richtung geändert hat. Dieses Licht – in großen Teilen reflektiertes und gestreutes Licht – enthält keine nützliche visuelle Information und legt sich wie ein heller Schleier über das im Auge entstehende Bild unserer Umgebung. So verringert es die für das Sehen so wichtigen Kontraste zwischen Hell und Dunkel.

Wasserflächen, Eisflächen und Straßen reflektieren viel Licht – und diese Lichtreflexe können wichtige visuelle Informationen “überdecken” und uns blenden. Polarisierende Sonnenbrillengläser nutzen aus, dass ein hoher Anteil des von einer horizontalen Oberfläche reflektierten Lichts (und auch, abhängig vom Sonnenstand, ein hoher Anteil des an den Luftmolekülen der Atmosphäre gestreuten Lichts) horizontal polarisiert ist. Polarisierende Sonnenbrillengläser sind nämlich mit einem Polarisationsfilter beschichtet, der horizontal polarisiertes Licht nicht passieren lässt. So entsteht, ähnlich wie beim Fotografieren mit einem Polfilter, ein wesentlich verbesserter, kontrastreicherer und farbintensiverer Seheindruck: nicht nur informativer, sondern auch schöner.

Nicht empfohlen werden polarisierende Sonnenbrillengläser übrigens auf der Skipiste: Damit haben Sie Mühe, gefährliche vereiste (=reflektierende) Stellen, die ohne Polfilter durch ihren besonders hellen Glanz auffallen, von Pulverschnee zu unterscheiden.

1.2.4.1. Polarisierende Sonnenbrillengläser und LCD-Displays

Zu beachten ist weiterhin, dass polarisierende Sonnenbrillengläser die Displays von Smartphones, Navigationsgeräten, Digitalkameras und diversen anderen elektronischen Geräten unleserlich machen können. Das liegt daran, dass solche Flüssigkristalldisplays polarisiertes Licht aussenden. Zwar muss das nicht unbedingt horizontal polarisiertes Licht sein (vertikal polarisiertes Licht passiert polarisierende Sonnenbrillengläser ungeschwächt, und Displays mit schräg polarisiertem Licht erscheinen nur etwas dunkler). 

Es gibt leider noch keinen Industriestandard bezüglich der Polarisation von LCD-Displays, und manchmal haben die Hersteller des Geräts eben nicht daran gedacht, ihr Display auch für Träger polarisierender Sonnenbrillengläser leserlich zu machen. Wenn Sie dieses Problem haben, können Sie durch Drehen des Displays um 90 Grad Abhilfe schaffen. Geht das nicht, entweder den Kopf schief halten – oder eben doch die Sonnenbrille abnehmen.

1.2.5. Was sind selbsttönende Brillengläser?

Selbsttönende Brillengläser (auch als phototrope Brillengläser bezeichnet) sind eine Alternative zu Sonnenbrillengläsern. Hier erfahren Sie mehr darüber.

 

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2. Wer braucht Sonnenbrillengläser?

Grundsätzlich sind Sonnenbrillengläser im Sommer eine sinnvolle Sache für alle: Wann immer der UV-Index höher als 3 ist, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz vorbeugenden UV-Schutz – und dazu gehört nach heutigem Verständnis nicht nur Sonnencreme, sondern auch das Tragen einer Sonnenbrille.

Wenn Sie ohnehin eine Brille mit Kunststoffgläsern tragen, sind Ihre Augen bereits bestmöglich vor UV-Strahlung geschützt: Moderne, in Deutschland gekaufte Kunststoffgläser bieten durchweg 100 Prozent Schutz vor UV-A und UV-B-Strahlung. Eine Korrekturbrille mit Gläsern aus Mineralglas bietet dagegen nicht in jedem Fall hundertprozentigen Schutz – aber auch Mineralglas unterschiedlicher Sorten absorbiert in jedem Fall den überwiegenden Teil der UV-B-Strahlung und einen gewissen Anteil der UV-A-Strahlung. Gute Gründe, Ihre Brille im Sommer gegen Sonnenbrillengläser mit Sehstärke zu tauschen, gibt es natürlich trotzdem: Neben modischen Erwägungen spielt vor allem der Blendschutz eine Rolle.

2.1. UV- und Blendschutz

Zusätzlich zum UV-Schutz bieten Sonnenbrillengläser Blendschutz: Durch ihre dunkle Tönung reduzieren sie die Intensität des in die Augen fallenden sichtbaren Lichts und verbessern damit das Sehen bei großer Helligkeit. Situationen, in denen Blendschutz wichtig ist, sind beispielsweise:

  • ein sonniger Tag auf dem Wasser, im Schnee oder auf der Autobahn: die reflektierenden Oberflächen erhöhen die effektive Helligkeit, und es kommt leichter zu Blendeffekten
  • ein sonniger Tag im Gebirge: mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel wird das Sonnenlicht intensiver, weil es nicht mehr durch eine so dicke Schicht staubiger Luft “gedämpft” wird
  • Sportarten, bei denen man kleine helle Gegenstände (gewöhnlich Bälle) vor einem hellen Hintergrund (gewöhnlich dem Himmel) erkennen muss: zum Beispiel Tennis, Golf oder Baseball

Unsere Augen verfügen über verschiedene Mechanismen zur Anpassung an wachsende Helligkeit der Umgebung: Zunächst verkleinert sich die Pupille, bis sie nur noch stecknadelkopfgroß ist. Dann kneifen wir reflexhaft die Augen zusammen, um auch auf diese Weise noch die Lichtmenge zu verringern, die unsere Netzhaut erreicht. Ist es jetzt immer noch zu hell, müssen die Lichtrezeptoren passen: Es mag zwar immer noch relativ hellere und relativ dunklere Punkte in unserem Gesichtsfeld geben, aber diese Unterschiede können unsere Sehzellen nicht mehr wahrnehmen. Unsere ganze Umgebung erscheint uns einfach gleißend hell.

Sonnenbrillengläser dämpfen die Lichtintensität bei großen Helligkeiten so weit herunter, dass wir wieder Helligkeitsunterschiede wahrnehmen können. Ein solcher zusätzlicher Blendschutz ist sinnvoll, sobald das reflexhafte Zusammenkneifen der Augen einsetzt.

2.2. Sunglasses at night? Sonnenbrillengläser für besonders lichtempfindliche Augen 

Besonders lichtempfindliche oder besonders blendempfindliche Augen brauchen auch einen besonderen Lichtschutz. Ursache einer solchen Empfindlichkeit können erworbene oder angeborene Augenkrankheiten beziehungsweise Allgemeinerkrankungen sein, die die Augen in Mitleidenschaft ziehen. Auch bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit.

2.2.1. Trübungen und Erkrankungen von Hornhaut und Augenlinse

Erkrankungen der Hornhaut (trockene Augen, Hornhautödeme, Entzündungen der Hornhaut) und der Augenlinse (Grauer Star) gehen oft nicht nur mit einer verschlechterten Sicht durch Trübung dieser normalerweise durchsichtigen Bestandteile des Auges, sondern auch mit einer deutlich erhöhten, manchmal geradezu schmerzhaften Blend- und Lichtempfindlichkeit einher. Sonnenbrillengläser können hier Linderung verschaffen. 

Normale Sonnenbrillengläser sind dafür bei schlechteren Lichtverhältnissen allerdings nicht ganz ideal, weil sie das gesamte Wellenlängenspektrum des Lichts einfach “herunterdimmen” und damit die durch die Trübung ohnehin verringerte Lichtausbeute der Netzhaut weiter herabsetzen. Als sehr günstig erweisen sich in solchen Fällen oft gelbliche Spezialgläser, die überwiegend blaues Licht absorbieren. Blaues Licht wird nämlich in den getrübten optischen Medien des Auges besonders stark gestreut. Daher trägt es überproportional zum nutzlosen, weil unfokussierten Blendlicht bei, das sich als diffuser Lichtschleier über das nützliche, fokussierte Licht legt.

2.2.2. Netzhauterkrankungen und Kantenfiltergläser

Auch bei Netzhauterkrankungen, bei denen Sehzellen absterben (Retinitis pigmentosa, altersbedingte Makuladegeneration, Retinopathien), lässt sich mit dem richtigen Licht- und Blendschutz das Beste aus den verbliebenen Sehzellen herausholen. Ebenso wie bei den Erkrankungen von Hornhaut und Linse ist hier wichtig, möglichst viel störendes Blendlicht (=Blaulicht) und möglichst wenig “informationshaltiges” Licht zu filtern. Sogenannte Kantenfiltergläser lösen diese Aufgabe ideal: Oberhalb einer bestimmten Wellenlänge im Bereich des blauen Lichts lassen sie nahezu alles Licht passieren, für Licht unterhalb dieser Wellenlänge sind sie praktisch undurchlässig. Grenzwellenlängen für Kantenfiltergläser können 600, 580, 560 oder 540 Nanometer sein. Je mehr Blaulicht gefiltert wird, desto besser ist der Blendschutz – aber desto stärker werden auch die Gesamtlichtausbeute verringert und die Farbwahrnehmung verfälscht. Spezialisierte Low Vision-Optiker halten ein Sortiment von Kantenfiltergläsern bereit, aus denen Betroffene die persönlich optimalen Sehhilfen durch Testen unter verschiedenen Bedingungen ermitteln können. Bei Retinitis pigmentosa und einigen anderen seltenen Augenkrankheiten sind Kantenfiltergläser verordnungsfähig – leider nicht bei altersbedingter Makuladegeneration und Retinopathien. 

2.2.3. Albinismus

Bei Albinismus fehlt nicht nur in der Haut das Pigment Melanin, sondern auch in der Regenbogenhaut des Auges. Damit funktioniert die Iris nicht mehr als lichtundurchlässige Blende, sondern lässt viel Licht an der Pupille vorbei “hindurchsickern”. Die Betroffenen sind außerordentlich licht- und blendempfindlich und benötigen meist ganz dunkle Sonnenbrillengläser – optimalerweise mit einer zusätzlichen Kantenfilterfunktion zur Streulichtminimierung.

2.2.4. Totale Farbenblindheit

Bei totaler Farbenblindheit (Achromatopsie) gibt es keine farbempfinlichen Zapfenzellen in der Netzhaut. Zum Sehen stehen nur die Stäbchen zur Verfügung – und die sind so lichtempfindlich, dass sie eigentlich nur in der Dämmerung richtig funktionieren. Wer an Achromatopsie leidet, braucht daher am Tag und in beleuchteten Räumen grundsätzlich dunkle Sonnenbrillengläser. 

Achromatopsie ist selten. Bei der weitaus häufigeren Rot-Grün-Sehschwäche besteht normalerweise keine erhöhte Lichtempfindlichkeit. 

2.2.5. Migränepatienten

Besonders lichtempfindlich sind häufig auch Menschen, die an Migräne leiden: Licht kann Migräneanfälle auslösen und wird während eines Migräneanfalls als quälend schmerzhaft erlebt.

Lichtsensible Migränepatienten haben mit farbigen Spezialgläsern zur Vorbeugung von Anfällen recht gute Erfahrungen gemacht. Ist ein Anfall erst einmal im Gange, werden möglichst dunkle Sonnenbrillengläser als angenehm empfunden. 

3. Sonnenbrillengläser mit und ohne Sehstärke

Wenn Sie Ihre Sonnenbrille im Kaufhaus, im Drogeriemarkt, bei Sunglass Hut oder online kaufen, bekommen Sie Sonnenbrillengläser ohne Sehstärke. Solche sogenannten Planogläser sind plan wie Fensterglas und dadurch ohne optische Wirkung. 

Selbstverständlich können Sie aber auch Brillengläser mit Korrekturwerten und Tönung wählen – wichtig für alle, die eben nicht nur Sonnenschutz brauchen, sondern auch eine optische Korrektur ihrer Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und/oder Alterssichtigkeit. Sonnenbrillengläser mit Sehstärke kaufen Sie entweder beim Optiker – oder bei EYEGLASS24.

Im EYEGLASS24 Brillenglaskonfigurator erhalten Sie alle Einstärken- und Gleitsichtgläser auch mit Tönungen unterschiedlicher Intensität und Farbe, als silbern oder farbig verspiegelte oder polarisierende Sonnenbrillengläser.

3.1. Eine vorhandene Sonnenbrille neu verglasen lassen – Sonnenbrillengläser in eine vorhandene Fassung einsetzen

Sonnenbrillengläser können grundsätzlich in jede Brillenfassung eingesetzt werden – ganz egal, ob sich zuvor Sonnenbrillengläser oder klare Brillengläser darin befunden haben.

Eine vorhandene Sonnenbrille mit einer einigermaßen gut erhaltenen Fassung kann immer mit neuen Sonnenbrillengläsern ausgestattet werden. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Wraparound-Fassungen mit Monoscheibe. Passende Monoscheiben für Markensportbrillen können gewöhnlich nur vom Hersteller geliefert werden.

Es kann sogar sinnvoll sein, vorhandene Sonnenbrillengläser ohne Sehstärke gegen bessere Plano-Sonnenbrillengläser auszutauschen: Nämlich dann, wenn Sie zwar die Fassung mögen, aber mit Aussehen oder optischer Qualität der Sonnenbrillengläser nicht zufrieden sind. Bei EYEGLASS24 erhalten Sie hochwertige Plano-Sonnenbrillengläser in unterschiedlichen Tönungsvarianten, mit Verspiegelung oder als polarisierende Sonnenbrillengläser: Wählen Sie bei der Bestellung im Brillenglaskonfigurator Einstärkengläser, und geben Sie bei den Augenwerten einfach 0 Dioptrien an.

 

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4. Sonnenbrillengläser kaufen bei EYEGLASS24 – günstig und gut

Sie haben eine schöne Sonnenbrillenfassung, aber Ihre Sonnenbrillengläser sind zerkratzt? Sie sind mit der Qualität der vorhandenen Gläser nicht zufrieden? Sie wünschen sich einfach mal eine andere Tönungsfarbe, eine Verspiegelung oder polarisierende Sonnenbrillengläser? Sie benötigen Sonnenbrillengläser mit Sehstärke?

Dann ist der Service von EYEGLASS24 genau das Richtige für Sie! Wir bieten hochwertige Sonnenbrillengläser für eine vorhandene Fassung zu sehr günstigen Preisen ab 64,80 Euro für das Paar. Unsere Schweizer Qualitäts-Sonnenbrillengläser erhalten Sie mit und ohne Sehstärke in unterschiedlichen Tönungsfarben und -intensitäten, mit Verspiegelung oder als polarisierende Sonnenbrillengläser. Sie kommen von Haus aus mit UV400-Schutz, Extrahärtung, Superentspiegelung (außer bei verspiegelten Gläsern) und Clean Coat – ohne Aufpreis. Weitere Optionen (Lotus-Beschichtung, dünnere Brillengläser aus hochbrechendem Kunststoff) sind wählbar.

Wir halten unseren Brillenglas-Konfigurator schlank. Das heißt: Wir können sogar noch mehr, als dort Berücksichtigung findet. Sie haben einen besonderen Wunsch? Ob bruchfeste, leichte Polycarbonatgläser (ideal beim Sport) oder Augenwerte, die außerhalb des Auswahlbereichs liegen: Für viele Sonderwünsche können wir Ihnen ein individuelles Angebot machen. Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail oder Telefon!

Ihre neuen Sonnenbrillengläser werden von staatlich geprüften Augenoptikern in unserer Münchner Fachwerkstatt in Ihre Fassung eingeschliffen. Eine doppelte Qualitätsprüfung stellt sicher, dass jede Bestellung korrekt ausgeführt wird. Falls Sie trotzdem nicht zufrieden sein sollten, haben Sie 100 Tage lang ein uneingeschränktes Rückgaberecht.

4.1. So bestellen Sie Sonnenbrillengläser bei EYEGLASS24

Schritt 1: Sie wählen Ihre Wunsch-Sonnenbrillengläser online im Brillenglas-Konfigurator aus

Der Brillenglas-Konfigurator unserer Webseite führt Sie durch den Auswahlprozess. Sie lassen uns wissen, ob Ihre Sonnenbrillengläser Einstärkengläser (diese Option wählen Sie auch für Sonnenbrillengläser ohne Sehstärke) oder Gleitsichtgläser sein sollen, in was für eine Fassung die Gläser eingearbeitet werden müssen, ob Sie normale, polarisierende oder verspiegelte Sonnenbrillengläser bevorzugen und welche Tönungsfarbe, -intensität und sonstigen Extras Sie wünschen.

Ihre Augenwerte können Sie direkt im Brillenglas-Konfigurator eintragen oder uns per Telefon, E-Mail oder Fax durchgeben. Wahlweise können Sie eine Kopie von Brillenpass oder Brillenrezept mit in das Päckchen mit der Brille legen oder Korrekturwerte und Zentrierung der alten Brillengläser auslesen lassen. Oder Sie senden uns eine zweite Brille mit, deren Werte wir übernehmen sollen (bitte deutlich beschriften).

Wenn Sie getönte Gleitsichtgläser bestellen, brauchen wir für die korrekte Zentrierung noch zusätzliche Informationen. Nach abgeschlossener Bestellung erhalten Sie eine E-Mail, in der wir Ihnen alles Weitere erklären.

Sie möchten noch etwas wissen oder benötigen Beratung? Unsere staatlich geprüften Augenoptiker sind im Live Chat, am Telefon oder per E-Mail für Sie da.

Schritt 2: Sie senden uns Ihre Brille – natürlich versandkostenfrei und versichert

Am Ende der Bestellung haben Sie die Wahl: Mit der Option „Einsendeaufkleber“ erhalten Sie einen DHL-Versandaufkleber per E-Mail zusammen mit der Auftragesbestätigung. Jetzt können Sie Ihre Brille sofort in einen geeigneten stabilen Karton verpacken und absenden.

Mit der Option „Einsendekarton mit DHL-Einsendeaufkleber“ schicken wir Ihnen nach Bestellabschluss per Post eine geeignete Verpackung mit Einsendeaufkleber. Planen Sie dafür einen bis zwei Extratage ein.

Ihre Sendung wird von DHL Go Green klimaneutral transportiert und ist unterwegs bis zu einem Wert von 500 Euro versichert.

Schritt 3: Unsere Werkstatt arbeitet die neuen Sonnenbrillengläser in Ihre Fassung ein 

Unsere Augenoptiker überprüfen zunächst Ihre Brille und die Angaben, die Sie in Ihrer Bestellung gemacht haben. Ist etwas unklar, oder haben Sie eine Kombination von Optionen gewählt, die unsere Fachleute für weniger optimal halten, kontaktieren wir Sie noch einmal.

Ist alles geklärt, schleifen wir die bestellten Sonnenbrillengläser in Ihre Fassung ein. Bei Sonnenbrillengläsern mit Sehstärke berücksichtigen wir Ihre individuellen Zentrierdaten. Schließlich prüfen zwei Mitarbeiter unabhängig voneinander, ob die Bestellung vollständig ausgeführt wurde, ob Korrekturwerte und Zentrierung stimmen und ob die Gläser fehlerfrei eingearbeitet sind. Wenn nötig, wird nachgebessert.

Schritt 4: Sie erhalten Ihre Brille zurück

Auch auf dem Rückweg geht Ihre Brille kostenfrei und versichert per DHL auf die Reise. Die 100-Tage-Rückgabefrist von EYEGLASS24 beginnt, wenn Sie den Empfang quittieren.

Die Wartezeit, bis Sie Ihre neuen Sonnenbrillengläser nutzen können, hängt ein bisschen von Ihrer Brillenglas-Auswahl ab. Die Bestellung von Plano- oder Einstärkengläsern dauert meist insgesamt nur drei bis fünf Werktage. Polarisierende Sonnenbrillengläser und getönte Gleitsichtgläser haben meist Lieferzeiten um die acht Werktage. Gewölbte Gläser für Sportsonnenbrillen und Sonderanfertigungen können wir meist innerhalb von elf bis zwölf Tagen liefern. Wie lange Sie bei Ihrer getroffenen Auswahl voraussichtlich auf Ihre Brille verzichten müssen, wird Ihnen bei der Bestellung im Brillenglas-Konfigurator angezeigt.

4.2. Herkunft der Sonnenbrillengläser von EYEGLASS24

Wie alle unsere Brillengläser kommen auch unsere Sonnenbrillengläser von der Holzer Optik AG. Das Optikunternehmen mit Sitz in Basel, Schweiz, beliefert europäische Optiker seit über 25 Jahren mit high-tech-gefertigten Brillengläsern in überragender Präzision und einer enormen Vielfalt von Materialien, Schliffen und Veredelungen. Die Holzer AG genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf. 

Unsere enge Zusammenarbeit mit der Holzer AG macht es möglich, dass wir Ihnen auch Sonderanfertigungen von Brillengläsern mit außergewöhnlichen Korrekturwerten und/oder besonderen Veredelungen anbieten können.

4.3. Warum kann EYEGLASS24 Sonnenbrillengläser so günstig anbieten?

Dass Sie bei EYEGLASS24 Sonnenbrillengläser so günstig kaufen können, hat zwei einfache Gründe:

1. Wir verkaufen mehr. 

2. Als Online-Shop haben wir geringere Fixkosten als stationäre Optiker. 

Keine Abstriche machen wir an der Qualität der Sonnenbrillengläser und an der fachgerechten Einarbeitung.

Unsere Fixkosten sind gering, weil wir weder Lager- noch Verkaufsflächen unterhalten müssen. Unsere Webseite erreicht rund um die Uhr Kunden aus ganz Deutschland – damit verkaufen wir bedeutend mehr Brillengläser als jeder stationäre Optiker. Auf jedes verkaufte Brillenglas entfällt so nur eine kleine Fixkosten-Umlage: Wir können günstiger verkaufen als stationäre Optiker und trotzdem unsere Kosten decken. 

 

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5. UV-Schutz: Standards und Normen

UV-Index, CE-Zeichen, ISO-Norm, UV400 – was bedeuten diese Bezeichnungen?

5.1. Der UV-Index: Der Wetterbericht in Sachen UV

Die staatliche Stelle, die sich für Richtlinien zum UV-Schutz zuständig fühlt, ist das Bundesamt für Strahlenschutz. Diese Behörde veröffentlicht von April bis September den “UV-Wetterbericht”, eine Information über die für die nächsten Tage prognostizierten Tagesspitzenwerte des UV-Index. 

Der UV-Index steht direkt mit der Intensität der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung in Verbindung. Sein Wert hängt vom Sonnenstand, von der Bewölkung, von der Höhe über dem Meeresspiegel und von der lokalen Dicke der Ozonschicht ab. Ab UV-Index 3 empfiehlt das Amt UV-Schutz für Haut und Augen, ab UV-Index 8 rät man dazu, den Aufenthalt im Freien einzuschränken.

Im Frühjahr klettert der UV-Index in der Tagesmitte manchmal schon auf 4. Sommers sind in unseren Breiten Werte zwischen 5 und 8 die Regel.

5.2. Das CE-Zeichen: Sicherheit für Konsumenten in Europa

Das CE-Zeichen ist der “Reisepass” für Produkte, die auf dem europäischen Binnenmarkt gehandelt werden. CE-gekennzeichnete Produkte entsprechen den für die jeweilige Produktkategorie geltenden EU-Richtlinien. Diese Angabe ist allerdings kein Prüfsiegel, sondern “nur” eine Angabe der Hersteller, die verpflichtet sind, die Einhaltung der Richtlinien in Eigenverantwortung sicherzustellen. 

Welche Richtlinien gelten für Sonnenbrillen und Sonnenbrillengläser? Seit 2013 ist nicht nur in Europa, sondern international, für Sonnenbrillen der Standard EN ISO 12312-1:2013 festgelegt (davor war es die jetzt veraltete EU-Norm EN 1836).

5.3. Der EN ISO 12312-1:2013 Standard: Das müssen Sonnenbrillen mit CE-Zeichen erfüllen

Die Norm EN ISO 12312-1:2013 umfasst neben Anforderungen an den UV-Schutz von Sonnenbrillengläsern auch noch etliche andere Forderungen an Gläser und Gestell einer Sonnenbrille. Sonnenbrillengläser müssen demnach Folgendes erfüllen:

  • UV-Schutz: Absorption von 100 Prozent der UV-Strahlung mit Wellenlängen bis 380 Nanometer
  • Abriebfeste Beschichtung
  • Ausreichende Größe (seitlich mindestens bis zum Gesichtsrand, oben bis zu den Augenbrauen)
  • In eine der Filterkategorien 0 bis 4 für die Absorption sichtbaren Lichts fallen

Ob der geforderte Standard von den im Handel befindlichen Produkten auch erfüllt wird, kann natürlich nur stichprobenmäßig überprüft werden. Die Stiftung Warentest hat sich im Jahr 2005 zum letzten Mal ein paar Sonnenbrillen “zur Brust” genommen. Dabei fanden die Tester zwar einiges zu kritisieren – aber die geprüften Brillen boten, egal ob billig oder teuer, durchweg den geforderten UV-Schutz.

5.4. UV400: Extraschutz vor kurzwelligem Blaulicht

Als ausreichender Schutz gilt den Normenmachern nach wie vor die hundertprozentige Absorption von Strahlung mit Wellenlängen unterhalb von 380 Nanometer. Oberhalb von 380 Nanometer beginnt der Bereich des kurzwelligen Blaulichts. Das violett-blaue sichtbare Licht steht ebenfalls im Verdacht, den Augen zu schaden. Viele Hersteller dehnen daher den Bereich, in dem ihre Sonnenbrillengläser Strahlung und Licht zu hundert Prozent absorbieren, freiwillig bis auf 400 Nanometer aus.

Auch UV400 ist schnell auf den Brillenbügel gedruckt – und da diese Angabe keinem Standard unterliegt, macht man sich mit Falschangaben wohl auch nicht strafbar. Trotzdem meint das Bundesamt für Strahlenschutz auf seinen Seiten, Messungen hätten gezeigt, dass auf die UV400-Kennzeichnung “relativ gut Verlass” sei. Im Zeifelsfall kann ein Optiker die Filterwirkung Ihrer Sonnenbrillengläser ausmessen.

Selbstverständlich bieten die Sonnenbrillengläser von EYEGLASS24 den vollen UV400-Schutz.

5.5. Wie kommt der UV-Schutz in die Sonnenbrillengläser?

Viele organische Glasmaterialien (aka Kunststoff-Brillengläser) sind von sich schon vollkommen undurchlässig für UV-Strahlung. Mit solchen Gläsern sind Kunden und Hersteller von Sonnenbrillen auch ohne zusätzliche Maßnahmen auf der sicheren Seite. Sonnenbrillengläser sind zum Beispiel öfter aus Polycarbonat: einem UV-undurchlässigen und nebenbei auch noch ausgesprochen bruchsicheren Material.

Nur bei den Kunststoffen CR-39 und RAV-7 und bei Mineralglas bietet das reine Material keinen hundertprozentigen UV-Schutz. Die chemische Industrie hat zahlreiche Additive entwickelt, die entweder direkt der Glasschmelze oder besser (im Interesse eines gleichmäßigen Schutzes bei Sonnenbrillengläsern mit Sehstärke) der auf den Glasrohling aufzubringenden getönten Schicht beigemischt werden und den UV-Schutz perfekt machen.

 

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6. Welches sind die richtigen Sonnenbrillengläser für mich?

Kunststoff oder doch Glas? Welche Tönungsintensität? Und welche Tönungsfarbe?

6.1. Kunststoff oder Glas?

Die meisten Brillengläser sind heute aus Kunststoff, und das gilt für Sonnenbrillengläser ganz genauso. Wer sich keine großen Gedanken über das Material seiner Sonnenbrille macht, landet automatisch bei Kunststoff – und wird das sicher nicht bereuen. Aber natürlich gibt es auch etliche Gründe, sich ganz bewusst für Kunststoff zu entscheiden.

Sonnenbrillengläser aus Kunststoff sind in vieler Hinsicht konsumentenfreundlicher. Sie sind

  • günstig
  • leicht
  • bieten hervorragenden UV-Schutz
  • haben meist eine gute optische Qualität
  • und ermöglichen eine eindrucksvolle Vielfalt von Tönungen und Veredelungen. 

Mit einer Entspiegelung, Verspiegelung oder polarisierenden Beschichtung können überhaupt nur Kunststoffgläser versehen werden! Das macht ihr kleines Manko eigentlich mehr als wett: Sie sind nämlich nicht ganz so haltbar wie Sonnenbrillengläser aus Mineralglas. Das liegt einerseits an ihrer Kratzempfindlichkeit, die zwar in der Regel durch eine Hartschicht-Veredelung reduziert wird, aber trotzdem noch höher ist als die der Glas-Konkurrenz. Und andererseits an einer gewissen Unbeständigkeit von Kunststoff gegenüber den Einflüssen von Wärme, UV-Licht und Sauerstoff. Wenn Sie Ihre Sonnenbrille öfter mal in der prallen Sonne oder im aufgeheizten Auto liegenlassen, kann es früher oder später dazu kommen, dass die Brillengläser sich verformen, nicht mehr perfekt in den Rahmen passen und zum Herausfallen neigen. Je nach Material wird Kunststoff unter dem Einfluss der Elemente manchmal auch weicher oder brüchig, oder verfärbt sich.

Die Entscheidung für Glas ist in jedem Fall eine ganz bewusste: Wohlinformiert nimmt man eine Reihe von Nachteilen und Einschränkungen der in Kauf – nicht nur, um die typischen Vorteile von Mineralglas zu genießen, sondern auch das Bewusstsein, eine außergewöhnliche Wahl getroffen zu haben. Glas ist teurer, schwerer und bricht wesentlich leichter als Kunststoff. Für Ihr Geld bekommen Sie allerdings ein

  • enorm haltbares
  • kratzfestes
  • wärme-, sauerstoff- und UV-beständiges Brillenglas
  • mit einer immer noch unübertroffenen optischen Qualität. 

6.2. Filterkategorien: Unterschiedliche Tönungsintensitäten für unterschiedliche Anforderungen

Sonnenbrillengläser gibt es in vier Tönungsintensitäten, deren Eigenschaften in den vier Filterkategorien der international gültigen EN ISO 12312-1:2013 Norm festgelegt werden. Je höher die Filterkategorie, desto weniger sichtbares Licht lassen die Gläser passieren. 

Bei der Auswahl der geeigneten Filterkategorie spielt eine Rolle, unter welchen Bedingungen die Sonnenbrillengläser eingesetzt werden sollen: Beim Urlaub in den Tropen oder Subtropen, am Strand, im Hochgebirge oder beim Skifahren im gleißenden Sonnenschein wird ein stärkerer Licht- und Blendschutz benötigt als im mitteleuropäischen Alltag.

Zu dunkle Tönungen sind in zweierlei Hinsicht ungünstig:

1. Sie können die Sicht beeinträchtigen (aus gutem Grund sind Sonnenbrillengläser der Filterkategorie 4 im Straßenverkehr nicht zugelassen)

2. Auch für den Körper ist Lichtmangel nicht unproblematisch: Heute weiß man, dass unser gesunder Biorhythmus auf die tageszeitlichen Schwankungen der Lichtintensität speziell im Bereich des langwelligen Blaulichts angewiesen ist. Mehr noch, es wird vermutet, dass sogar das Längenwachstum des Augapfels und damit die Entstehung von Fehlsichtigkeiten durch Blaulicht beeinflusst werden. Wer mit sehr dunklen Sonnenbrillengläsern permanent im Dämmerlicht lebt, kann sich Schlafstörungen, Energielosigkeit und schlechte Stimmung einhandeln, und bei entsprechender Veranlagung möglicherweise sogar eine fortschreitende Kurzsichtigkeit.

Aber nun zu den vier Filterkategorien.

Filterkategorie 0 (CAT0)

Diese Brillengläser lassen 80 bis 100 % des sichtbaren Lichts passieren. Sie sind vollkommen durchsichtig bis ganz leicht getönt und bieten bei erhöhten Lichtintensitäten keinen nennenswerten Lichtschutz.

Filterkategorie 1 (CAT1)

Diese Sonnenbrillengläser lassen 43 bis 80 % des sichtbaren Lichts passieren. Sie erscheinen leicht bis mittel getönt und bieten entsprechend einen leichten bis mittleren Lichtschutz. Sie sind gut geeignet für den Alltag in Mitteleuropa. Viele Kunden bevorzugen die dunkleren Tönungen eher aus modischen Gründen...

Filterkategorie 2 (CAT2)

Diese Sonnenbrillengläser lassen 18 bis 43 % des sichtbaren Lichts passieren. Sie erscheinen dunkel getönt und bieten für das mitteleuropäische Flach- und Mittelgebirgsland den idealen sommerlichen Lichtschutz.

Filterkategorie 3 (CAT3)

Diese Sonnenbrillengläser lassen 8 bis 18 % des sichtbaren Lichts passieren. Sie erscheinen sehr dunkel getönt und bieten den richtigen Lichtschutz für den Urlaub im Süden, am Strand und im Hochgebirge. Für den mitteleuropäischen Alltag sind sie strenggenommen etwas zu dunkel.

Filterkategorie 4 (CAT4)

Diese Sonnenbrillengläser lassen nur 3 bis 8 % des sichtbaren Lichts passieren. Sie sind extrem dunkel getönt und nur unter besonderen Bedingungen sinnvoll, zum Beispiel auf Gletschern. Die Filterkategorie 4 ist im Straßenverkehr nicht zugelassen.

Im EYEGLASS24 Brillenglas-Konfigurator sind Sonnenbrillengläser der Filterkategorie 3 als “normale Sonnenbrillengläser” aufgeführt. Linsen der Filterkategorien 0, 1 und 2 bekommen Sie, indem Sie zunächst “Leichte Tönungsintensität” wählen und sich im nächsten Schritt zwischen einer sehr leichten (CAT0), leichten (CAT1) und mittelstarken Tönung (CAT3) entscheiden.

6.2. Die Farbe der Tönung

Die Wahl der Farbe der Tönung ist bei Sonnenbrillengläsern nicht nur eine modische Entscheidung: Tönungen können das Erkennen von Farben beeinträchtigen, aber auch Schärfe und Kontrast beim Sehen verbessern. 

6.2.1. Ohne Transmissionskurve keine genauen Aussagen möglich

Allerdings kann eine Tönungsfarbe auf verschiedenen Wegen zustandekommen. Ein Brillenglas kann zum Beispiel rot aussehen, weil es alle Lichtfarben außer Rot absorbiert. Es kann aber auch rot aussehen, weil es nur Grün absorbiert. Das macht offensichtlich einen Unterschied: Im ersten Fall erreicht nur rotes Licht die Netzhaut. Im zweiten Fall gelangt blaues, gelbes und rotes Licht ins Auge. Solange die Transmissionskurve eines Sonnenbrillenglases nicht vorliegt (eine Messkurve, die angibt, wieviel Prozent des Lichts verschiedener Wellenlängen die Linse passieren lässt) – und das tut sie ja im allgemeinen nicht – kann über die Eigenschaften der Tönung eigentlich nur unter Vorbehalt gesprochen werden.

6.2.2. Farbverfälschung

Grundsätzlich wünscht man sich von einer Sonnenbrille, dass sie zwar das Licht dämpft, aber die Farben der Umgebung nicht verfälscht (im Arbeitsschutz gibt es dafür konkrete Anforderungen). In vollem Umfang leisten das nur rein graue Tönungen. Alle im eigentlichen Sinne farbigen Tönungen dagegen führen zu einer gewissen Farbverfälschung: Die Brillengläser erscheinen ja gerade deswegen farbig, weil sie bestimmte Wellenlängen des Lichts bevorzugt absorbieren. Abhängig von der Tönungsfarbe und davon, welche Farben in der Umgebung dominieren, kann diese Farbverfälschung mehr oder weniger auffällig und/oder hinderlich sein. Subtile Farbverfälschungen sind oft sogar erwünscht: Braune Tönungen können die Farben der Umgebung deutlich satter und eindrucksvoller machen. 

An manche Farbverfälschungen gewöhnt sich das Gehirn: Die Farben sehen zwar anders aus als sonst, aber man weiß doch, was was ist. Andere Farbverfälschungen können für Verwirrung sorgen: Sie machen uns in einem Bereich des Lichtspektrums quasi farbenblind. So kann man mit einer gelben Tönung beispielsweise Blau und Grün kaum unterscheiden. Das ist egal, solange man noch andere Anhaltspunkte hat (der Himmel wird vermutlich blau sein, die Wiese grün) – macht aber Probleme, wenn es um die Farbe von Signallampen oder elektrischen Kabeln geht. Trotzdem mag es sein, dass man Farbverfälschungen in Kauf nimmt, weil sie andere Vorteile haben: Sonnenbrillengläser mit Gelbanteil in der Tönung erhöhen den Kontrast und damit die Qualität des Sehens.

6.2.3. Das sagt die Forschung (nicht viel...)

Einer der ganz wenigen wissenschaftlichen Artikel, der sich mit Farbverfälschung durch Sonnenbrillengläser beschäftigt, berichtet, dass die von einer kanadischen Eisenbahngesellschaft angeschafften braun getönten (und den staatlich festgelegten Sicherheitsstandards genügenden) Sonnenbrillen gelbe Streckensignale rot erscheinen ließen! 

Eine weitere Studie testete die Reaktionszeiten und Irrtumshäufigkeiten beim Erkennen roter, gelber und grüner Lichtsignale mit grau, grün, gelb und rot getönten Sonnenbrillengläsern. Mit den grauen und grünen Linsen irrten die Versuchspersonen nie, mit rötlich braunen und gelben Linsen gab es seltene Irrtümer beim Erkennen roter beziehungsweise gelber Signallichter. Reaktionszeiten wurden mit den unterschiedlichen Linsen jeweils für unterschiedliche Signalfarben geringfügig verlängert oder verkürzt – es gab keine Tönung, die für jede Farbe optimal war. 

Diese beiden Veröffentlichungen enthalten schon fast alles, was die wissenschaftliche Forschung über die Jahre zum Thema Sonnenbrillengläser, Tönungsfarben und Farbverfälschung zusammengetragen hat: erstaunlich wenig. Was Sie auf verkaufsorientierten Seiten über die Eigenschaften von Sonnenbrillentönungen so lesen können (rote Linsen sind gut zum Autofahren, Radeln und Skifahren, blaue Linsen prima für Golf und Wassersport...) ist mehr oder weniger frei erfunden. Leider.

6.2.4. Gesicherte Eigenschaften von Tönungen

Graue (“schwarze”) Tönungen

Solche Tönungen erscheinen deswegen grau oder schwarz, weil sie Licht weitgehend unabhängig von seiner Farbe absorbieren. Damit dimmen sie nur die Helligkeit, geben aber das Farbspektrum unverfälscht wieder. Graue Tönungen sind perfekt für alle alltäglichen Gelegenheiten. In Berufen, wo es auf präzise Farbwahrnehmung ankommt, sind sie sogar der vorgeschriebene Sonnenschutz.

Braune Tönungen

Braune Tönungen absorbieren relativ gleichmäßig, lassen aber zum roten Ende des Spektrums hin zunehmend mehr Licht passieren (Transmissionskurven für verschiedene Brauntönungen können immer noch sehr unterschiedlich aussehen). Das verfälscht die natürlichen Farben nur wenig, macht braune Tönungen sehr gut geeignet für den Strand und sorgt in der Natur für warme Farben und schöne Kontraste. 

Gelbe, bernsteinfarbene und orange Tönungen

Diese Tönungen filtern auf jeden Fall blaue, mit zunehmendem Rot-Anteil in der Tönungsfarbe auch grüne Lichtanteile. Da blaues Licht von allen Farben am stärksten gestreut wird, hat Streulicht einen erhöhten Blaulichtanteil. Gelbe Sonnenbrillengläser geben der Welt zwar einen weniger erwünschten Gelbstich und verfälschen viele Farben, können aber Schärfe und Kontrast erhöhen. Anhaltspunkte für den Nutzen solcher Tönungen im Straßenverkehr gibt es auch aus wissenschaftlichen Studien.

Über rote, grüne und blaue Tönungen können wir Ihnen nichts wissenschaftlich Belegtes sagen. Die Entscheidung für eine solche Tönung bleibt eine ganz individuelle. Sie finden sie einfach schön und/oder den Blick durch die farbig getönten Gläser angenehm – dann gönnen Sie sich diesen Farbtupfer!

 

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7. Geschichte der Sonnenbrillengläser

Abgesehen von Kaiser Nero und seinem dekadenten Sonnenschutz-Smaragden interessierte sich jahrhundertelang niemand sehr für getönte Brillengläser. Richtige dunkle Sonnenbrillengläser gibt es überhaupt erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. 

7.1. Grüne Brillengläser galten lange als heilsam. Im 19. Jahrhundert bevorzugte man blaue...

Jahrhundertelang verfügte man über wenig fundiertes Wissen zu den Auswirkungen der verschiedenen Komponenten des Sonnenlichts auf die Gesundheit der Augen. Bei den Vorstellungen darüber, was den Augen nutzt und schadet, spielte also die Phantasie eine große Rolle – auch wenn man das natürlich so nicht gesagt hätte. 

Seit dem Mittelalter galten grüne Brillengläser als wohltuend für müde, kranke und blendempfindliche Augen. Im 19. Jahrhundert waren es dann aber blau getönte Linsen, denen ein Berliner Augenarzt namens Ludwig Böhm eine besonders gute Lichtschutzwirkung und gar heilende Eigenschaften nachsagte. Als Facette des damals aufkeimenden Gesundheitsbewusstseins waren die blauen Brillen in Deutschland eine Zeitlang so populär, dass ihre Träger sogar zur beliebten Zielscheibe humoristischer Kleinkunst wurden.

7.2. UV-Licht wird als schädlich erkannt

Als der schwedische Augenarzt Johann Widmark Ende des 19. Jahrhunderts nachwies, dass UV-Strahlung den Augen schadet, kamen gelbgrün getönte Brillengläser auf. Eine nicht unlogische Folgerung: Immerhin absorbieren gelbgrüne Gläser violettes Licht, vielleicht bleibt ja auch ein bisschen vom unsichtbaren Ultraviolett mit hängen.

Die ersten dunkel getönten Brillengläser waren die sogenannten Smoke-Gläser. Die rauchgrauen Linsen waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei Briten besonders beliebt. Nicht gerade bei denen, die im epochalen Industriesmog ihres Mutterlandes lebten – aber bei denen, die in den sonnenverwöhnten Kolonien des Empires zu tun hatten. 

In jedem Fall wurden die getönten Gläser damals durch Beimengung von Pigmenten zur Glasschmelze hergestellt: Kobaltoxid für Blau, Braunstein und Nickel für Rauchgrau, Eisen oder Kupferoxid für Gelb. Sonnenbrillengläser mit Sehstärke hatten damit ein Problem: Wurden die planen Rohlinge zu gewölbten Formen zurechtgeschliffen, ergaben sich wegen der unterschiedlichen Dicken am Rand und in der Mitte unterschiedliche Tönungsintensitäten.

7.3. Die Geburt des modernen Sonnenbrillenglases 

Anfang des 20. Jahrhunders wurde in Deutschland auf dem Gebiet von Optik und Brillengläsern Enormes geleistet – und auch die Sonnenbrillengläser machten einen großen Sprung nach vorn. In Jena lösten Schott und Carl Zeiss durch Aufbringen einer getönten Schicht das Problem der gleichmäßigen Tönung von Gläsern mit Sehstärke. Gleichzeitig wurden Möglichkeiten entwickelt, Brillengläser mit präzisem, bedarfsorientiertem Absorptionsvermögen herzustellen. Auch die von Zeiss bis heute verwendete braune Umbral-Tönung ist ein Kind dieser Zeit. 

7.3. Sonnenbrillen werden Trend

Die große Erfolgsgeschichte der Sonnenbrille fing dann ungefähr so an: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts trugen schöne, reiche Menschen in Amerika die dunklen Gläser zunächst ausschließlich als Blendschutz bei Aktivitäten, um die sie weniger reiche Menschen lebhaft beneideten: beim Golfspielen, beim Tennis, als Zuschauer bei Pferderennen, als Touristen bei den Pyramiden in Ägypten oder beim Sonnenbaden am Pool in Las Vegas. 

Dann kamen Filmstars wie Bette Davis und Marlene Dietrich auf die Idee, in den Drehpausen am Set Sonnenbrillen zu tragen und sich auch damit fotografieren zu lassen – zunächst wohl einfach, um ihre Augen vor grellen Scheinwerfern und Blitzlichtgewitter zu schützen. Bald ließen sie sich auch in der Öffentlichkeit gern mit den neuen dunklen Gläsern blicken: Zu reizvoll war die unnahbare Aura, die der Lichtschutz seinen Trägerinnen verlieh.

Die Illustrierten der Zeit servierten die Fotos der sonnenbebrillten Berühmtheiten den weniger privilegierten Celebrity-Besessenen auf Glanzpapier – und ein Trend war geboren. Auch wenn man mit seiner Sonnenbrille beim Hotdog-Essen auf dem Boardwalk strenggenommen nicht wirklich im Luxus schwelgte, oder wenn man sich eigentlich nur auf dem Weg von der U-Bahn zum Büro befand: Hinter den dunklen Gläsern könnte man vielleicht trotzdem eine Berühmtheit sein, die nicht erkannt werden möchte. 

7.4. Tapfere Männer gehen an ihre Grenzen – natürlich mit Sonnenbrille 

Ungefähr gleichzeitig passierte noch etwas anderes: Piloten brauchten Sonnenbrillen. Dieser neue Menschenschlag war so ungefähr das Coolste, was das junge 20. Jahrhundert zu bieten hatte. Abgesehen von Rennfahrern vielleicht. Die auch Sonnenbrillen brauchten. In zweitausend Meter Höhe blendet die Sonne einfach noch ganz anders als unten auf der Erde, und bei atemberaubenden 200 km/h auf der Rennpiste kann eine Sekunde Augenzusammenkneifen den Tod bedeuten. Extra für die Bedürfnisse der Piloten wurde die Aviatorbrille erfunden. Ohne die sich bald kaum einer der motorisierten Helden, ganz gleich ob Sportler oder Militär, mehr blicken ließ. Das überzeugte auch die Männerwelt endgültig von der Sonnenbrille.

7.5. Sonnenbrillen werden unverzichtbar

Die ersten Sonnenbrillen des 20. Jahrhunderts hatten durchweg runde Gläser, die in braunen, horngemusterten oder weißen Gestellen aus Zelluloid steckten. Weil Zelluloid mit den Jahren verwittert, sind all die Ahnen unserer heutigen Sonnenbrillen leider schon lange zerfallen...

Ende der 1930er Jahre stieg der Umsatz von Sonnenbrillen in den USA schlagartig von wenigen Zehntausend auf um die 20 Millionen. Hersteller beeilten sich, die neue Nachfrage mit einer größeren Vielfalt von erschwinglichen Modellen zu befriedigen. Im August 1939 zeigt das Cover der Vogue eine sommerlich gekleidete Femme Fatale, die sich (trotz Weltkrieg) mit provozierender Ruhe ihren Lippenstift nachzieht ... mit einer direkt ein bisschen albern aussehenden runden weißen Sonnenbrille mit enorm breitem Rahmen und ebensolchen Bügeln. Auch bizarre Modelle fanden in den 1940er Jahren einen Markt: Sonnenbrillen durften fast von Anfang an auch Spaß machen.

In den USA stammten die besten Sonnenbrillen der damaligen Zeit von American Optical und Bausch & Lomb: So wie Zeiss setzten auch diese Unternehmen in die modischen Fassungen erstmals Sonnenbrillengläser ein, die mit der gleichen Sorgfalt wie korrigierende Brillengläser geschliffen und poliert worden waren.

7.6. Aviators und Wayfarer: Sonnenbrillen-Urgestein

Bausch & Lomb entwickelte 1936 die Aviatorbrille – sie wurde zum ersten wirklich massengefertigten Sonnenbrillenmodell und hat bis heute wenig von ihrer Popularität eingebüßt. Das Design – Sonnenbrillengläser in Tropfenform, Metallgestell, doppelte Nasenbrücke – erarbeitete man in enger Kooperation mit erfahrenen Piloten. 1937 entstand Ray-Ban (“Strahlen-Bann”) als Sonnenbrillen-Tochterunternehmen von Bausch & Lomb – und warf sich auf die Vermarktung der Aviatorbrille an alle, die gern aussehen wollten, als kämen auch sie just vom Flughafen.

Der zweite große Wurf von Ray-Ban folgte 1952 mit dem Modell Wayfarer. Die markante Trapezform der Wayfarer, das schwarze Plastik, die breiten Bügel und die dunklen Gläser waren eine kleine Design-Revolution: Midcentury-Ästhetik pur. Zunächst von James Dean populär gemacht, erlebte die Wayfarer in den vergangenen Jahrzehnten ein Revival nach dem anderen und steht heute wie ein Fels in der Brandung des Trends: einfach die quintessentielle Sonnenbrille. 

7.7. Kunststoff und neue Sonnenbrillen-Technologien

Polarisierende Sonnenbrillengläser gibt es seit Ende der 1930er Jahre (Polaroid-Gründer Edwin Lang ist der Erfinder der polarisierenden Folien, die aus Brillengläsern Polarisationsfilter machen). Selbsttönende Sonnenbrillengläser wurden in den 1970er Jahren in den USA erfunden.

Bis in die 1970er Jahre gab es nahezu keine Kunststoff-Brillengläser. Der Kunststoff CR-39 war zwar bereits in den Vierzigern entwickelt worden, blieb jedoch wegen der damals noch niedrigeren Qualität der daraus gefertigten Linsen eher unbeliebt. Das änderte sich in den 1970er Jahren, als Bruchsicherheit zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rückte: Der seit damals vorgeschriebene Fallkugel-Test der amerikanischen FDA-Behörde hielt den Verbrauchern die Nachteile von Mineralglas deutlich vor Augen und steigerte die Nachfrage nach Plastik. In den Siebzigern wurde das extra-bruchsichere und perfekt UV-absorbierende Polycarbonat erfunden, Anfang des neuen Jahrtausends kam Trivex dazu, mit den gleichen Vorteilen und zusätzlich einer optischen Qualität, die der von Glas bereits Konkurrenz macht.

Übrigens: Heute kommen die meisten Sonnenbrillen aus China: Laut Wikipedia verliessen 2008 120 Millionen Sonnenbrillen den Hafen von Xiamen.

7.8. Die Zukunft: Selektive Blaulichtfilter, elektronische Sonnenbrillengläser

Viele Fortschritte auf dem Gebiet von Sonnenbrillengläsern sind jetzt inkremental: neue, ein bisschen bessere Werkstoffe, Pigmente und Beschichtungen.

Mit neuen Erkenntnissen zur biologischen Bedeutung von Blaulicht wird sich möglicherweise das Interesse an den genauen Transmissionskurven von Sonnenbrillengläsern weiter erhöhen. Erst 2002 wurden die Blaulicht-sensitiven Ganglienzellen der Netzhaut und ihr Photopigment Melanopsin (Absorptionsmaximum bei 480 Nanometer) entdeckt. Diese Sinneszellen dürften die langgesuchten Taktgeber unserer inneren Uhr sein, die Körper und Psyche auf den Tag-Nacht-Rhythmus und auf den Lauf der Jahreszeiten einstimmt. Andererseits gilt Blaulicht mit Wellenlängen um 460 Nanometer als besonders gefährlich für die Netzhaut (das Absorptionsmaximum der gelben Lichtschutzpigmente in der Makula liegt bei 460 Nanometer – und ein Mangel an diesen Pigmenten gehört zu den Risikofaktoren für die Entstehung einer altersbedingten Makuladegeneration).

Um diese beiden Erkenntnisse unter einen Hut zu bringen, brauchen die Sonnenbrillengläser der Zukunft maßgeschneiderte Blaulicht-Filter mit einer möglichst deutlichen “Kante” bei etwa 470 Nanometer. Solche Filter würden einerseits die Netzhaut bestmöglich schützen, andererseits die innere Uhr möglichst wenig durcheinanderbringen.

Im übrigen werden es elektrochrome Brillengläser vermutlich schon bald ermöglichen, die Tönung einer Sonnenbrille elektronisch zu regulieren – entweder auf Knopfdruck oder mit Hilfe eines Lichtsensors.

 

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8. Alternativen zur Sonnenbrille

Für den UV-Schutz einer Sonnenbrille gibt es nur eine ebenso wirksame Alternative: normale Kunststoffbrillengläser.

8.1. Klare Brillengläser aus Kunststoff bieten fast immer 100 Prozent UV-Schutz

Was die meisten nicht wissen: Mit klaren Brillengläsern aus Kunststoff sind Sie genau so effektiv vor UV-Strahlung geschützt wie mit einer Sonnenbrille. Es dürfte heute schwer fallen, ein Kunststoff-Brillenglas zu finden, das nicht 100 Prozent Schutz vor UV-B und UV-A Strahlung bietet. 

Das ist bei vielen Kunststoffen einfach eine Eigenschaft des Materials. Reicht der UV-Schutz des reinen Materials nicht aus, werden bei der Herstellung heute standardmäßig UV-absorbierende Additive beigemischt.

Polycarbonat, Trivex oder die MR-Serie von Mitsui Chemicals sind für UV-B und UV-A von Natur aus vollkommen undurchlässig. 

CR-39, ein häufig für Brillengläser verwendeter Kunststoff, ist für UV-B undurchlässig, lässt aber noch etwas UV-A passieren. Ähnliches gilt für RAV-7, ein weiteres verbreitetes Kunststoffglas. Solche Linsen brauchen (und haben ihn in aller Regel auch) zusätzlichen UV-A-Schutz, um das ganze UV-Spektrum abzudecken. 

UV-technisch etwas problematischer sind die echten Mineralgläser. Kronglas absorbiert UV-A relativ schlecht und lässt sogar noch etwas UV-B durch. Höherbrechende Mineralgläser sind UV-B-”dicht”, lassen aber einen Anteil UV-A passieren. Bei der Herstellung von ungetönten Brillenglasrohlingen aus Mineralglas werden die UV-Filtereigenschaften in der Regel nicht durch Additive verbessert.

8.2. Sonnenhut oder Visor

Ein breitkrempiger Hut, eine Schirmmütze oder ein Visor, die die Augen beschatten, sind unter vielen Bedingungen eine gute Alternative für den Blendschutz durch Sonnenbrillengläser. Sie bieten allerdings keinen vergleichbaren UV-Schutz. 

Rundum genauso gut geschützt wie mit Sonnenbrillengläsern sind Sie, wenn Sie Ihre normale Korrekturbrille mit einem Sonnenhut kombinieren.

8.3. Clip-Ons, Sonnenbrillenclips, Vorhänger

Eine Alternative zur Sonnenbrille für alle, die sich von ihrer Alltagsbrille nicht trennen können: Der Clip-On oder Vorhänger ist ein Rahmen mit Sonnenbrillengläsern, aber ohne Bügel, der vor den Brillengläsern eines vorhandenen Brillengestells befestigt wird.

Besonders interessant ist der Clip-On für alle, die aufwändige und teure Brillengläser tragen – beispielsweise Gleitsichtgläser oder individuell angefertigte asphärische Brillengläser – und die für Sonnenbrillengläser mit Sehstärke nicht noch einmal eine ähnliche Summe ausgeben, aber den gewohnten Sehkomfort auch bei Sonnenschein nicht missen möchten. 

Sonnenbrillenclips können auf verschiedene Weise am Rahmen der Brille befestigt werden: Entweder nur an der Nasenbrücke, oder mit Haken an mehreren Stellen am Fassungsrand. Abhängig vom Material der Befestigung können solche Clips allerdings die Fassung der Brille zerkratzen.

Das Problem beim Clip-On ist die Form: Der Vorhänger muss auf die vorhandene Fassung passen. Beim Optiker sind Sie vor Fehlkäufen geschützt. Viele Optiker haben die Möglichkeit, Clip-”Rohlinge” genauso wie Brillengläser passend zur jeweiligen Fassung in Form zu schleifen. Aber auch im Netz gibt es Möglichkeiten, einen passenden Sonnenbrillenclip zu erwerben: Da sind einerseits die Clip-Ons, die dank großer Gläser und einer Feder, mit der die Breite des Vorhängers variable wird, mehr oder weniger auf alle Fassungen passen. Andererseits Clip-Ons, die durch Spezifikationen wie “slim”, “oval” oder “Pilot” eingrenzen, für welche Fassungstypen sie geeignet sind. Und letztlich gibt es auch Onlineshops, bei denen Sie einen Scan Ihrer Brille einreichen und einen genau passenden konfektionierten oder sogar maßgefertigten Sonnenclip bekommen.

8.4. Selbsttönende Brillengläser – eine Brille für den ganzen Tag?

Selbsttönende Brillengläser heißen auch phototrope Brillengläser: Diese “intelligenten” Linsen ändern ihre Tönung abhängig von der UV-Intensität. Bei wenig UV sind sie durchsichtig, bei hoher UV-Intensität dunkel.

Da bei hoher Sonnenlicht-Intensität auch die UV-Intensität steigt, bekommen Sie mit phototropen Brillengläsern meist dann eine Tönung, wenn Sie sie brauchen – ohne Sonnenbrille oder Sonnenclip im Gepäck. Soweit, so gut. Phototrope Brillengläser haben allerdings drei Probleme, die sie dann doch wieder nur zu einer nicht-ganz-idealen Lösung machen.

Erstens: Wie gesagt, die Tönungspigmente reagieren auf UV. Ist die UV-Intensität gering, kann das Licht noch so sehr blenden – die Brillengläser bleiben klar. Das ist nicht nur ein Problem, wenn eine grelle Verhörlampe auf Sie gerichtet ist... sondern vor allem im Auto: Die Windschutzscheibe ist nämlich wie alle Fensterscheiben ein recht guter UV-Filter. 

Zweitens: Die Tönung reagiert zeitverzögert. Dunkel werden die Gläser relativ schnell. Aber wenn Sie einen dämmrigen Raum betreten oder mit dem Fahrrad plötzlich in einen schattigen Weg einbiegen, vergehen etliche Sekunden, bis die Tönung merklich nachlässt – und ein paar Minuten, bis die Brillengläser wieder ganz klar sind.

Drittens: Die Tönung ist temperaturabhängig. Ist es warm, werden die Gläser unter UV-Einfluss sehr dunkel. Bei Kälte – also etwa im Skiurlaub – wird dagegen trotz hoher UV-Intensität nur eine hellere Tönung erreicht.

Damit sind selbsttönende Brillengläser zwar praktische Begleiter für den Alltag, haben aber in speziellen Situationen (beim Autofahren, beim Sport, im Winter) gegenüber Sonnenbrillengläsern deutliche Schwächen.

8.5. Elektrochrome Brillengläser: Die selbsttönenden Brillengläser der Zukunft

Brillengläser, die ihre Tönung auf Knopfdruck blitzschnell ändern: Noch gibt es sie nicht zu kaufen. Aber das entsprechende Glasmaterial ist bereits marktreif (zu bewundern etwa im ICE 3: der hat eine elektrochrome Scheibe zwischen Fahrerstand und Passagierlounge). Das US-amerikanische Technologieunternehmen Ashwin-Ushas und andere tüfteln daran, elektrochromes Glas noch leichter zu machen und auch in Brillen zu integrieren. 

In elektrochromem Glas steckt ein Kunststoff, der seine Farbe ändert, wenn ein kleiner elektrischer Strom durch ihn hindurchfließt. Mit einer Knopfzelle im Brillenbügel und ein bisschen Elektronik im Brillenrahmen lässt sich so die Tönung der Brillengläser stufenlos und ganz nach Belieben verstellen. Der Vorteil gegenüber phototropen Brillengläsern: Elektrochrome Brillengläser sind temperaturunabhängig und würden beim Tönen wie beim Ent-Tönen sofort reagieren.

 

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