Alles zu Brillengläsern von A-Z

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Proteinentferner

Proteinentferner lösen Proteinablagerungen von Kontaktlinsen. Meist handelt es sich um Enzymtabletten. In Kombireinigern werden oft auch die enthaltenen Tenside als Proteinentferner bezeichnet. Üblicherweise versteht man unter Proteinentfernern Produkte für die ergänzende Reinigung von Kontaktlinsen. Diese Mittel kommen bedarfsabhängig zusätzlich zur täglichen Reinigung und Desinfektion mit Kombilösung oder Peroxidsystem zum Einsatz. In der Regel wird die wöchentliche Anwendung empfohlen. Proteinentferner sind insbesondere für weiche Kontaktlinsen wichtig. Bei diesen bilden Proteine aus dem Tränenfilm verstärkt Ablagerungen auf der Linsenoberfläche. Für die Entfernung dieser Ablagerungen reicht ein Kombireiniger oder Peroxidsystem oftmals nicht aus. Proteinentferner für die ergänzende Kontaktlinsenreinigung werden in Form von Enzymtabletten oder als enzymhaltige Flüssigkeit angeboten. Enthalten ist jeweils eine Protease - ein Enzym, das Proteine in kleine Bruchstücke aufspaltet, die leicht wasserlöslich sind und vollständig von den Kontaktlinsen abgespült werden können. Meist handelt es sich bei dieser Protease um Subtilisin A, ein Enzym bakterieller Herkunft. Proteinentferner in Tablettenform werden in Kochsalzlösung aufgelöst: Die Kontaktlinsen werden also zusätzlich zur üblichen Reinigung noch entsprechend Gebrauchsanweisung in die so hergestellte Proteinentfernungs-Lösung eingelegt. Flüssige Proteinentferner kann man anstelle der Kochsalzlösung auch zur gewohnten Reinigungslösung geben und so Reinigung, Desinfektion und Proteinentfernung in einem Schritt durchführen. Die lagerfähige Kombination eines enzymatischen Proteinentferners mit einer All-in-one Reinigungslösung ist bislang nicht möglich: Aufgrund von Wechselwirkungen mit den anderen Inhaltsstoffen bleibt in solchen Lösungen das Enzym nicht zuverlässig aktiv. Aber auch manche Kombilösungen werben damit, einen Proteinentferner zu enthalten. In diesen Fällen ist nicht von einem proteinspaltenden Enzym die Rede. Die Aussage bezieht sich auf Tenside (oberflächenaktive Stoffe) und andere Substanzen, die Proteine von der Kontaktlinsenoberfläche lösen können ohne sie aufzuspalten. Proteinlösende Eigenschaften haben beispielsweise Natrium-Edetat (EDTA), Gluconsäure/Gluconat oder Citronensäure/Citrat - diese Stoffe binden Calciumionen, die die Bindung zwischen Proteinen und Kontaktlinsenmaterial vermitteln, und lockern dadurch den Proteinfilm - und die ebenfalls häufig in Kontaktlinsenreinigern eingesetzten Tenside Poloxamin, Poloxamer und Tyloxapol.

Peroxidlösung / Peroxidsystem

Peroxidlösungen sind sehr gut zur täglichen Desinfektion von Kontaktlinsen geeignet. Kombiniert mit einem Neutralisator für den Wirkstoff spricht man von Peroxidsystemen. Peroxidlösungen zur Reinigung von Kontaktlinsen sind 3-prozentige Lösungen von Wasserstoffperoxid (H2O2). Wasserstoffperoxid tötet Mikroorganismen ab und wirkt dabei etwa gleich gut gegen Bakterien, Pilze, Amöben und Viren. Peroxidlösungen übertreffen deutlich die Wirksamkeit vieler All-in-one Lösungen, wie in zahlreichen wissenschaftlichen Studien demonstriert wurde (zum Beispiel 1, 2 oder 3. Bei der Reinigung entsteht aus Wasserstoffperoxid Wasser und gasförmiger Sauerstoff - deshalb sprudeln Peroxidlösungen (und deshalb benötigen die Behälter, in denen die Desinfektion erfolgt, einen Ventilauslass). Da Wasserstoffperoxid höchstens in Spuren ins Auge gelangen darf, um die Hornhaut nicht zu schädigen, ist es nötig, den Wirkstoff vor dem Wiedereinsetzen der Kontaktlinsen zu inaktivieren - einfaches Abspülen mit Kochsalzlösung oder ähnlichem genügt nicht, da Peroxid auch in die Poren der Linse gelangt. Daher sind Peroxidlösungen für die Kontaktlinsenreinigung in der Regel zusammen mit einem Neutralisator im Handel - diese Kombination wird als Peroxidsystem bezeichnet. Als Neutralisator dient entweder das Enzym Katalase oder ein Edelmetall-Katalysator (meist ein Platinscheibchen). Beide setzen verbliebenen Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff um. Vor der Desinfektion mit der Peroxidlösung wird bei Peroxidsystemen ein manueller Reinigungsschritt der Kontaktlinsen, z.B. mit Kochsalzlösung, empfohlen. In Details unterscheiden sich die verschiedenen Peroxidsysteme. Man unterscheidet Zweiphasen- und Einphasen-Systeme, und bei letzteren wiederum Tabletten- und Katalysator-Systeme. Für die Desinfektion mit einem Zweiphasensystem werden zwei Kontaktlinsenbehälter benötigt. Im ersten Behälter werden die Kontaktlinsen 30 bis 60 Minuten in der Peroxidlösung desinfiziert. Dann werden sie in den mit frischer Neutralisationslösung gefüllten zweiten Behälter überführt. Nach 20 Minuten ist die Neutralisation abgeschlossen. Für die Desinfektion mit einem Einphasensystem genügt ein Behälter, der mit der Peroxidlösung gefüllt wird. Bei Katalysatorsystemen ist im Behälter ein Platinscheibchen integriert. Dadurch beginnt die Neutralisation der Lösung zeitgleich mit dem Start der Desinfektion. Entsprechend sinkt allerdings die Wasserstoffperoxidkonzentration und damit die Aktivität der Peroxidlösung mit der Zeit. Um das wettzumachen, müssen die Linsen bei Katalysatorsystemen mindestens sechs Stunden in der Peroxidlösung bleiben. Bei Tablettensystemen gibt man zu Beginn der Desinfektion eine Neutralisationstablette (enthält Katalase und einen Farbstoff) mit hinzu. Da diese von einem Zellulosemantel umhüllt ist, wird das Enzym erst freigesetzt, wenn die Peroxidlösung die Zellulose zersetzt hat. Hier genügen etwa zwei Stunden Einwirkzeit. Der Farbstoff in der Tablette bewirkt eine Färbung der Lösung, die anzeigt, dass die Neutralisationstablette nicht vergessen wurde. Nach abgeschlossener Neutralisation kann davon ausgegangen werden, dass die Kontaktlinsen in der Lösung noch etwa 12 Stunden steril bleiben. Nach längerer Aufbewahrung ist das nicht mehr gegeben, da die neutralisierte Peroxidlösung nur noch eine Kochsalzlösung ohne Konservierungsstoffe/Desinfektionsmittel ist. In einem solchen Fall müssen alle Reinigungsschritte erneut durchgeführt werden, bevor die Linsen sicher wieder getragen werden können. Peroxidlösungen enthalten nur wenige Inhaltsstoffe und haben (bei gewissenhafter Neutralisation) ein sehr geringes Unverträglichkeitspotential. Zur Stabilisierung des Wasserstoffperoxids (der sonst bei längerer Lagerung zerfallen würde) ist Phosphonsäure enthalten, zur Stabilisierung des pH-Werts ein Puffer (meist ein Phosphatpuffer), sowie Natriumchlorid (Kochsalz). Einige Peroxidlösungen enthalten ein Tensid (meist Poloxamer), um ihre Protein- und Fettlöseeigenschaften zu verbessern. Wasserbindende Stoffe, die die Benetzbarkeit der Kontaktlinse im Auge verbessern, können ebenfalls enthalten sein.

All-in-one Reinigungslösung

All-in-one Reinigungslösungen für Kontaktlinsen sind Reiniger, Desinfektions- und Aufbewahrungslösung sowie Linsenbefeuchter in einem. All-in-one Lösungen, auch als Kombilösungen bezeichnet, sind ein Pflegeprodukt für Kontaktlinsen, das den hygienischen Umgang mit den Sehhilfen erleichtert und die Anzahl der benötigten Pflege- und Reinigungsprodukte reduziert. All-in-one Lösungen sind zur Reinigung, Desinfektion und Aufbewahrung von Kontaktlinsen vorgesehen und müssen vor dem Einsetzen der Linsen ins Auge auch nicht abgespült werden. Etwa 90 Prozent der Kontaktlinsenträger nutzen ein All-in-one Pflegeprodukt. Zur täglichen Anwendung von All-in-one Lösungen wird in der Regel folgendes empfohlen: Nach dem Herausnehmen der Linsen sollten sie mit der Lösung abgespült und dabei mit einem sauberen Finger beidseitig ein paar Mal abgerieben werden, um Ablagerungen aus dem Tränenfilm und der Umwelt zu entfernen. Daraufhin werden die Linsen im mit frischer Lösung gefüllten Aufbewahrungsbehälter längere Zeit (mindestens sechs Stunden, normalerweise über Nacht) desinfiziert. Vor dem Wiedereinsetzen sollten sie nochmals kurz mit der Lösung abgespült werden. Je nach Hersteller enthalten All-in-one Lösungen unterschiedliche Inhaltsstoffe. Grundsätzlich sind jedoch ein oder mehrere desinfizierende Wirkstoffe enthalten (sie werden auf der Packung oft auch als Konservierungsstoffe bezeichnet, obwohl sie in diesen Pflegeprodukten eine mehr "aktive" Rolle spielen), dazu ein oder mehrere Wirkstoffe, die Fette und Proteine von der Linsenoberfläche lösen, ein Puffersystem aus Säure und Salz, das den pH-wert der Lösung stabilisiert, sowie Kochsalz (Natriumchlorid), das den Salzgehalt der Lösung dem der Tränenflüssigkeit angleicht. Mitunter werden auch Wirkstoffe hinzugefügt, die die Benetzbarkeit und Verträglichkeit der Kontaktlinsen im Auge erhöhen. Häufig in Kombilösungen eingesetzte desinfizierende Wirkstoffe ("Konservierungsmittel") sind
  • Polyquaternium-1 (auch Polyquad)
  • Polyhexamethylenbiguanid (auch Polyhexanid, PHMB oder DYMED)
  • Polyaminopropylbiguanid (PAPB)
  • Aldox (auch Myristamidopropyldimethylamin, MAPD)
  • Alexidine
Als Puffersysteme kommen meist
  • Borsäure und Borat
  • oder Zitronensäure und Citrat
zum Einsatz, wobei Borat zusätzlich antimikrobielle Eigenschaften hat. Citrat wirkt gleichzeitig proteinlösend. Reinigungsaktive Stoffe in All-in-one Lösungen sind beispielsweise
  • Natriumedetat (auch EDTA), ein Wasserweichmacher, der gleichzeitig die Wirkung der Desinfektionsmittel unterstützt
  • Poloxamin, ein Tensid
  • Sulfobetain, ein Tensid
  • Polysorbat 80, ein Tensid
  • Hydroxyalkylphosphonat (auch Hydranate), ein weiterer Wasserweichmacher, der Proteine besonders gut lösen soll
Um die Benetzbarkeit und den Tragekomfort der Kontaktlinsen zu erhöhen, enthalten manche Kombilösungen wasserbindende Stoffe. Meist sind das
  • Hyaluronat
  • oder Hydroxyethylcellulose
All-in-one Lösungen enthalten nie Enzymreiniger zur Proteinentfernung. Produkte, die mit einem integrierten Proteinentferner werben, meinen damit einen Inhaltsstoff wie Hydranate. Allergische Reaktionen auf die Inhaltsstoffe von All-in-one Lösungen sind möglich. Weiterhin ist bekannt, dass viele All-in-one Lösungen nicht so gut reinigen und desinfizieren, wie es wünschenwert wäre (Stiftung Warentest, Ökotest). Hier spielen auch die verschiedenen Materialien eine Rolle, aus denen weiche Kontaktlinsen gefertigt sein können: Lösungen, die für Hydrogellinsen gut geeignet sind, können mit Silikonhydrogellinsen schlechter abschneiden (und umgekehrt). Für harte Kontaklinsen stehen spezielle Reinigungsprodukte zur Verfügung. Die DIN-Norm, nach der Kombilösungen für Kontaktlinsen getestet werden müssen (DIN EN ISO 14729) schreibt zudem eine Wirksamkeit nur gegen drei Bakterienarten und zwei Pilze vor. Die Wirksamkeit gegen weitere Bakterien, Viren und Akanthamöben muss nicht getestet werden - obwohl auch diese Keime schwere Hornhautentzündungen auslösen können. Die Alternative zur All-in-one Lösung ist die Kontaktlinsendesinfektion mit Wasserstoffperoxid. Zur Proteinentfernung kann zusätzlich ein Enzymreiniger verwendet werden.

Sicherungsbrille

Sicherungsbrillen sind Prismenbrillen, die beim Bergsteigen von der Sicherungsperson eines Kletterteams getragen werden, um bei geradeaus gerichtetem Blick nach oben schauen zu können. Die prismatischen Brillengläser einer Sicherungsbrille ändern den Blickwinkel: Sie erlauben den Blick nach oben, ohne den Kopf in den Nacken legen zu müssen. Die Haltung mit zurückgelegtem Kopf belastet die Halswirbelsäule. Daher entwickelt der Sicherungspartner in einem Kletterteam oft Nackenschmerzen, da er oder sie üblicherweise sehr lange zum Kletterpartner nach oben schauen muss. Um Sichern ohne Verspannungen, Schmerzen und eventuell sogar Verletzungen zu ermöglichen, erfand ein deutscher Sportkletterer 2007 die Sicherungsbrille. Ihre Brillengläser sind spezielle, an der Unterseite verspiegelte Prismen, die den Strahlengang des einfallenden Lichts um 60 Grad ablenken, ohne das Bild zu seitenverkehrt zu machen oder zu kippen. Das macht es möglich, bei geradeaus gerichtetem Blick schräg nach oben zu schauen.
Strahlengang durch die prismatischen Brillengläser der Sicherungsbrille, by WikiDan61 via Wikipedia
(An der Unterseite des Prismas wird der Lichtstrahl reflektiert, weil diese Fläche verspiegelt ist. Die Reflektion an der schrägen Fläche kommt zustande, weil hier der Grenzwinkel für die Totalreflektion überschritten ist.) Sichern mit der Sicherungsbrille muss etwas geübt werden: Das Gesichtsfeld ist eingeschränkt, und es kann zunächst Schwierigkeiten geben, die Steilheit des Hanges korrekt einzuschätzen. Letztlich wird der Nutzen der prismatischen Gläser aber von Bergsteigern, die die Brille verwenden, durchweg sehr positiv bewertet. Sicherungsbrillen lassen sich auch über Sonnenbrillen und Korrekturbrillen tragen; jedoch sind die mittlerweile erhältlichen unterschiedlichen Modelle offenbar in dieser Hinsicht unterschiedlich gut geeignet. Ganz ähnliche Brillen können Personen mit eingeschränkter Nackenbeweglichkeit auch das Lesen im Liegen erleichtern.

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