Gleitsichtgläser günstig online bestellen bei EYEGLASS24
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Gleitsichtgläser online bestellen

Sie sind auf der Suche nach Gleichtsichtgläsern? Bei EYEGLASS24 können Sie Gleitsichtgläser günstig online bestellen. Gegenüber stationären Optikern dürfen Sie mit einer Preisersparnis von bis zu 50% rechnen. Gleichzeitig steht die Qualität der Gleitsichtgläser der beim Optiker in nichts nach. EYEGLASS24 verwendet Markengläser aus der Schweiz, die in einer deutschen Fachwerkstatt von staatlich geprüften Augenoptikern eingeschliffen werden. Jedes Gleitsichtglas wird dabei ganz individuell auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst.

Wenn Sie mehr über Gleitsichtgläser im Allgemeinen oder Gleitsichtgläser von EYEGLASS24 erfahren wollen, lesen Sie unten weiter oder bestellen Ihre Wunschgläser ganz einfach über unseren Brillenkonfigurator.

 

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1. Was sind Gleitsichtgläser, und wer braucht sie?

Bei Alterssichtigkeit ist ein Gleitsichtglas Fern- und Lesekorrektur in einem – und noch ein wichtiges Bisschen mehr. Ob Handy, Zeitung, Monitor, Armaturenbrett, Straßenschild oder Horizont: mit Gleitsichtgläsern haben Sie Nähe, Ferne und mittlere Entfernungen scharf im Blick.

Mit Gleitsichtgläsern haben Sie nahe, mittlere und weite Distanzen scharf im Blick.

Gleitsichtgläser werden auch Mehrstärkengläser oder Multifokalgläser genannt. Anders als in einem Einstärkenglas, das an jeder Stelle des Glases den gleichen Dioptrien-Wert hat, gibt es in einem Gleitsichtglas Sehbereiche mit unterschiedlicher optischer Wirkung. Wiederum anders als in einem Bi- oder Trifokalglas gehen in einem Gleitsichtglas die Sehbereiche gleitend, also ohne scharfe Übergänge, ineinander über.

So könnte ein Gleitsichtglas beispielsweise im oberen Bereich, der sogenannten Fernzone, -2 Dioptrien haben und im unteren Bereich, der Nahzone, +1 Dioptrie. Das entspräche einer Addition von +3 Dioptrien (-2 dpt Fernwirkung + 3 dpt Addition = +1 dpt in der Nahzone). Damit korrigiert das Gleitsichtglas für die Ferne Ihre Kurzsichtigkeit, für die Nähe Ihre Alterssichtigkeit und stellt auch für alle Distanzen dazwischen eine geeignete Korrektur zur Verfügung.

1.1 Gleitsichtgläser haben je einen Sehbereich für Ferne und Nähe – und dazwischen einen kontinuierlichen Übergang

Der Übergang zwischen Fern- und Nahzone ist in einem Gleitsichtglas fließend: In der sogenannten Progressionszone würde sich die Krümmung des Glases in unserem Beispiel von oben nach unten kontinuierlich von -2 auf +1 Dioptrien ändern, hier gäbe es also Mini-Zonen mit optischen Wirkungen um -1,75, -1,5, -1,25 usw. bis +0,75 Dioptrien. 

Gleitsichtgläser haben eine Nahzone, eine Fernzone und zwischen beiden eine schmalere Progressionszone, in der sich die Korrekturwirkung gleitend ändert.

Diese Eigenschaft der Korrekturlinsen beschreibt der Name Gleitsichtgläser – und darin unterscheiden sie sich von ihrem Vorgänger, dem Bifokalglas. Ein Bifokalglas entsteht durch Zusammensetzen zweier Einstärkengläser unterschiedlicher optischer Wirkung, und entsprechend sind Fern- und Nahzone durch eine klare Trennlinie, geradezu einen “Bruch” im Glas voneinander separiert. Deshalb “springt” hier das Bild, wenn Sie erst durch den oberen und dann durch den unteren Teil der Gläser schauen. Das passiert bei Gleitsichtgläsern nicht.

1.2 Wer braucht Gleitsichtgläser?

Gleitsichtgläser sind eine moderne Korrekturmöglichkeit bei Alterssichtigkeit. Alterssichtigkeit ist auch als Altersweitsichtigkeit oder Presbyopie bekannt und macht sich bei den meisten Menschen etwa ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Ihr Auftreten hängt mit dem altersbedingten Elastizitätsverlust der Augenlinse zusammen. Alterssichtigkeit ist unabhängig von einer bestehenden Kurz- oder Weitsichtigkeit. Bislang Normalsichtige sind genauso betroffen wie Kurz- und Weitsichtige.

1.2.1 Alterssichtigkeit: Wenn der “Autofokus” des Auges schwächelt

Dass wir (selbst bei Kurz- oder Weitsichtigkeit) über unterschiedliche Entfernungen scharf sehen können, ist der Akkommodationsfähigkeit, der “Autofokus-Funktion”, unserer Augenlinse zu verdanken: Sie kann ihre Krümmung und damit ihre optische Wirkung ändern. Ganz ohne unser bewusstes Zutun fügt die Augenlinse so der Brechkraft unseres Auges ein paar Extra-Dioptrien hinzu, wenn wir Dinge betrachten wollen, die in mittlerer bis naher Sehentfernung liegen.

Erst wenn die Elastizität der Augenlinse langsam abnimmt, bemerken wir, was sie bisher für uns getan hat. Schriftzeilen verschwimmen und werden erst wieder besser erkennbar, wenn wir Zeitung, Handy oder Speisekarte ein Stück weiter weg von unseren Augen positionieren: Die Alterssichtigkeit ist da. Je starrer die Linse wird, desto weiter ist der betroffene Entfernungsbereich. Spätestens wenn die Arme zum Zeitunglesen nicht mehr lang genug sind, wird die Lesebrille fällig.

1.2.2 Alterssichtigkeit plus Kurzsichtigkeit

Wer außerdem noch kurzsichtig ist, ist doppelt gekniffen. Die oft anstelle von Alterssichtigkeit gebrauchte Bezeichnung Altersweitsichtigkeit führt manchen in die Irre, aber “Altersweitsichtigkeit” und Kurzsichtigkeit heben sich keineswegs auf. An den Gründen für die Kurzsichtigkeit (der Augapfel ist im Verhältnis zur Brechkraft des Auges zu lang) hat sich durch den Elastizitätsverlust der Augenlinse ja nichts geändert. Das bedeutet, dass Sie jetzt zwei verschiedene Brillen brauchen: Eine Lesebrille, und Ihre übliche Fernbrille. Und bei fortgeschrittener Alterssichtigkeit bietet keine von beiden für den mittleren Entfernungsbereich die richtige Korrektur – eine Gleitsichtbrille schon.

Wenn sich Alterssichtigkeit zu Kurz- oder Weitsichtigkeit gesellt, braucht man eigentlich drei Brillen – oder eben Gleitsichtgläser.

1.2.3 Alterssichtigkeit plus Weitsichtigkeit

Weitsichtigkeit plus Alters”weit”sichtigkeit – da ändert sich ja eigentlich nichts, oder?

Falsch gedacht. Der Augapfel von Weitsichtigen ist zu kurz, und die Augenlinse muss bereits akkommodieren, um Entferntes scharf zu sehen. Mit zunehmender Einschränkung der Akkommodationsfähigkeit im Rahmen der Alterssichtigkeit wird auch bei Weitsichtigen der Entfernungsbereich, in dem ohne Brille scharf gesehen werden kann, immer mehr eingeschränkt. Ist die Linse vollkommen starr, verschwimmt sogar die Fernsicht. Die alte Brille (Einstärkengläser mit positivem Dioptrienwert) stellt nach wie vor die Fernsicht wieder her, korrigiert aber die Sicht auf mittlere und nahe Distanzen nicht mehr zufriedenstellend. Alterssichtige Weitsichtige benötigen also ebenfalls eine Fernbrille und eine Lesebrille – oder eben Gleitsichtgläser.

1.2.4 Normalsichtigkeit plus Alterssichtigkeit

Wer bislang normalsichtig war, behält seine scharfe Sicht in die Ferne natürlich weiterhin. Zum Ausgleich der Alterssichtigkeit genügt oft lange Zeit eine Lesebrille. Schreitet die Alterssichtigkeit fort und sind neben der Leseentfernung auch mittlere Entfernungen betroffen, kann auch hier eine Brille mit Gleitsichtgläsern (mit „Planglas“ oder „Fensterglas“ im Fernteil) sinnvoll sein.

1.3 Gleitsichtbrille ist Lesebrille und Fernbrille in einem, und noch mehr

Gleitsichtgläser sind die Rettung für alle, die des ständigen Jonglierens mit Nah- und Fernbrille müde sind. Sie sind eine unauffällige Alternative zur Bifokalbrille. Und sie sind die Antwort auf das auch von der Bifokalbrille nicht gelöste Problem der unzulänglichen/fehlenden Korrektur im mittleren Entfernungsbereich. Kurz: Sie ersetzt den altersbedingten Ausfall der Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse.

In Bild 1 sehen Sie ganz deutlich, was Gleitsichtgläser leisten. Sie sind unterwegs und genießen die Landschaft. Sie möchten einen Blick auf Landkarte oder Handy werfen – Fernbrille ab, Nahbrille auf. Jetzt wollen Sie einen auf der Karte verzeichneten markanten Punkt in der Landschaft finden – Nahbrille ab, Fernbrille auf. Wer alterssichtig ist, weiß, wovon wir sprechen: Komfortables Sehen geht wirklich anders. Mit Gleitsichtgläsern haben Sie alles gleichzeitig scharf im Blick: Durch den oberen Teil der Brillengläser die Landschaft, durch den unteren Teil Landkarte oder Handy. Und mit ein bisschen Übung wird auch das Finden des richtigen Durchblickspunkt für jede andere Entfernung ganz intuitiv.

Gleitsichtgläser für Alterssichtigkeit plus Kurzsichtigkeit haben eine negative Dioptrienzahl für die Fernsicht und eine positive Addition. Gleitsichtgläser für Alterssichtigkeit plus Weitsichtigkeit haben eine positive Dioptrienzahl für die Fernsicht und ebenfalls eine positive Addition. Und Gleitsichtgläser für Alterssichtigkeit bei Normalsichtigkeit haben eine Dioptrienzahl von Null für die Fernsicht und eine positive Addition.

1.4 Vorteil von Gleitsichtgläsern gegenüber Bifokalgläsern

Auch eine Bifokalbrille ermöglicht scharfe Sicht auf Leseentfernung und auf weite Distanzen. Dafür müssen Sie allerdings zwischen Fern- und Nahzone mit einem “Knick in der Optik” leben: Hier “springt” das Bild, wodurch es zum Beispiel schwierig werden kann, Entfernungen richtig abzuschätzen.

Außerdem hat die Bifokalbrille keine Lösung für die mittleren Distanzen zwischen einem und zwei Metern, in denen sich der größte Teil unseres sozialen Lebens abspielt. Gesichtsausdrücke erkennen oder Namensschildchen lesen, ohne dem Gegenüber unangemessen nahe zu rücken: Bei fortgeschrittener Alterssichtigkeit ist hier eine Brille mit Gleitsichtgläsern das wesentlich bessere Hilfsmittel.

Bifokalgläser mit „Knick in der Optik"

Letztlich spielt sicher auch die Eitelkeit bei der Entscheidung für Gleitsichtgläser und gegen eine Bifokalbrille keine ganz kleine Rolle: So bleibt es Ihr persönliche Entscheidung, wen Sie einweihen wollen, dass auch bei Ihnen die Alterssichtigkeit “zugeschlagen” hat.

1.4.1 Und die Trifokalbrille?

Bevor es Gleitsichtgläser gab, hat man versucht, das Problem der durch die Bifokalbrille nicht abgedeckten mittleren Entfernungen mit der Erfindung der Trifokalgläser zu adressieren. Trifokalgläser haben zwischen Fern- und Nahbereich einen kleinen Extra-Einsatz, dessen Korrekturwirkung für mittlere Distanzen optimiert ist. Mit all den Bildsprüngen im Gesichtsfeld bekommen Träger von Trifokalbrillen aber langsam ernsthafte Schwierigkeiten bei der Orientierung im Raum. Da Gleitsichtgläser eine wesentlich elegantere Lösung bieten, sind Trifokalgläser mittlerweile ein Nischenprodukt, das eigentlich nur noch bei Gleitsichtunverträglichkeit in Frage kommt.

Fazit

Mit einer Gleitsichtbrille wird das alltägliche Sehen komfortabler, sobald zu einer bereits bestehenden Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit eine Alterssichtigkeit kommt: Sie brauchen nur noch eine Brille anstatt von Lese- und Fernbrille. Und Ihre Brillengläser bieten zusätzlich eine brauchbare Korrektur für mittlere Sehentfernungen.

 

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2. Sichtfelder und Randbereiche eines Gleitsichtglases

Links und rechts von der Progressionszone und an den Rändern des Sehbereichs für die Nähe haben Gleitsichtgläser einen Abbildungsfehler: Wenn Sie zur Seite schauen, ohne den Kopf mitzunehmen, sehen Sie mehr oder weniger verschwommen und verzerrt. Warum sich das nicht ganz vermeiden lässt und was Hersteller tun, um den Fehler zu minimieren, lesen Sie in diesem Abschnitt.

2.1 Knifflige Mathematik: Die Gleitsichtglas-Oberfläche

Beim Tragen von Gleitsichtgläsern müssen Sie sich darum zum Glück nicht kümmern: Aber hinter jedem Gleitsichtglas steckt eine Menge komplizierter Mathematik. Der beim französischen Augenoptikunternehmen Essel (heute Essilor) angestellte Ingenieur Bernard Maitenaz verbrachte Jahre mit der Berechnung einer geeigneten Oberfläche (er musste das noch von Hand tun – heute springen Computer ein), bis 1959 das erste Varilux-Gleitsichtglas Premiere hatte.

Die Oberfläche eines Einstärkenglases ist nicht weiter aufregend. Sie hat an jedem Punkt die gleiche Wölbung – man kann sie sich als einen kleinen Ausschnitt aus einer großen Kugeloberfläche vorstellen. Sphärisch ( = kugelartig) nennt man diese Art von Wölbung.

Ein Gleitsichtglas dagegen ist in Fern- und Nahzone unterschiedlich gewölbt. Die Aufgabe, zwischen diesen beiden unterschiedlichen Wölbungen einen kontinuierlichen Übergang (ohne scharfe “Grate” wie bei einem Bifokalglas) herzustellen und im Übergangsgebiet zumindest einen zentralen “Korridor” mit nützlicher optischer Wirkung (die Progressionszone) zu schaffen, macht die Berechnung einer Gleitsichtglasoberfläche zu einer solchen Herausforderung. Jede mögliche Oberfläche, die die Forderungen an die Wölbung der Fern- und Nahzone erfüllt, hat zwangsläufig einen gewissen Fehler: Stellen, an denen sie keine brauchbare optische Wirkung bietet, sind unvermeidlich.

2.2 Abbildungsfehler der Gleitsichtglas-Oberfläche: raffiniert verteilt

Dieser Fehler steht in seiner absoluten Größe durch die erforderliche Addition fest – er lässt sich aber unterschiedlich über die Glasoberfläche verteilen. Zugunsten einer funktionalen Progressionszone “schieben” Gleitsichtglasdesigns den Fehler an den Rand und nach unten – daher sieht man jenseits des Progressionskorridors und an den Rändern der Nahzone verschwommen und verzerrt.

Gleitsichtgläser liefern in den Randzonen ein unscharfes und etwas verzerrtes Bild. Hier der Blick durch ein Standard-Gleitsichtglas.

2.2.1 Standard-, Komfort- und Premium-Gleitsichtgläser: Progressionszone und Nahzone werden breiter

Gleitsichtglashersteller sind mit den Jahren immer versierter darin geworden, den leidigen obligaten Fehler der Gleitsicht-Oberflächen zu “verstecken”: Je fortgeschrittener und besser das Gleitsichtglasdesign, desto breiter sind Zwischenbereich und Nahbereich. Aber desto teurer sind die Gläser leider auch. Diese Weiterentwicklung spiegelt sich im EYEGLASS24 Angebot. Es umfasst Standard-, Komfort- und Premium-Gleitsichtgläser, die sich in der Breite der nutzbaren Sehbereiche im Nah- und Zwischenbereich deutlich unterscheiden. Standard- und Premiumvarianten liegen bei uns preislich um (gut investierte) knapp 200 Euro auseinander.

2.2.2 Größere Brillengläser – weniger Verzerrung

Wichtig zu wissen: Kleine Brillengläser (seien es die kleinen, runden Linsen einer John-Lennon-Brille oder die schmalen, rechteckigen Gläser der typischen “Bibliothekarinnen-Brille”) sind für Gleitsichtgläser ungünstig.

Fernzone, Progressionszone und Nahzone lassen sich nicht beliebig “zusammenquetschen”: Je nach Größe der Addition wird eine Mindesthöhe der Brillengläser benötigt, um alle drei unterzubringen. Bei etwas größeren Gläsern gibt es insbesondere mehr Platz für die Nahzone. Da sie nach unten hin breiter wird, bedeutet das weniger Randunschärfe und mehr Sehkomfort bei Nahtätigkeiten.

 

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3. Was kosten Gleitsichtgläser, und warum gibt es so unterschiedliche Preise?

Für Gleitsichtgläser können Sie 150 Euro bezahlen  oder 1500. Was steckt hinter so unterschiedlichen Preisen?

3.1 Qualitätsunterschiede

Gleitsichtgläser bestehen aus dem gleichen Material wie Einstärkengläser  aber ihre Fertigung ist um einiges aufwändiger. Signifikante Innovationen gibt es bei klassischen Einstärkengläsern zudem nicht mehr, entsprechend müssen die Hersteller auch kaum noch in neue Maschinen und Technologien investieren.

Demgegenüber ist bei Gleitsichtgläsern immer noch viel in Bewegung. Neue Technologien zur Berechnung und Fertigung von Multifokalgläsern ermöglichen bessere Gläser mit größeren Sehbereichen  aber die erheblichen Investitionen in diese Technologien sollen sich natürlich auch bezahlt machen. Entsprechend kosten "ältere", einfachere Gleitsichtgläser weniger als ihre moderneren, besseren Gegenstücke.

Günstige Gleitsichtgläser älteren Modells werden im Formgussverfahren gefertigt. Moderne Gleitsichtgläser werden von computergesteuerten Fräs- und Poliermaschinen geschliffen. Dabei wird die Oberfläche eines Brillenglasrohlings von einem frei beweglichen Schleif- bzw. Polierkopf Punkt für Punkt präzise an die Maße der vom Computer errechneten dreidimensionalen Oberfläche angeglichen. Gleitsichtgläser mittlerer Preisklasse werden manchmal im Formgussverfahren gefertigt und computergesteuert nachbearbeitet.

3.2 Veredelungen

Beim Preis von Gleitsichtgläsern müssen wir die Kosten für das Grundglas und für eventuelle Veredelungen der Glasoberfläche aufschlüsseln. Wer seinen Gleitsichtgläsern nämlich Extras wie Entspiegelung, Lotus-Beschichtung und vielleicht noch eine Tönung spendiert, zahlt nicht unerheblich mehr als für die "puren" Gläser. Passiert das Ganze jetzt noch beim stationären Optiker, ist die 1000-Euro-Marke schnell überschritten.

3.3 Optiker-Margen

Ein Optiker, der täglich nur eine oder zwei Brillen verkauft, muss, um die Kosten für den Betrieb seines Ladens zu erwirtschaften und mit einem Gewinn nach Hause zu gehen, auf den Preis der von ihm angefertigten Sehhilfen wesentlich mehr "draufschlagen" als ein Optiker, dessen Laden richtig brummt.

Wie viele Brillen verkauft ein stationäres Optikergeschäft pro Tag? Laut Branchenbericht 2015 des Zentralverbandes der Augenoptiker im Schnitt ungefähr drei. Filialisten wie Fielmann verkaufen natürlich wesentlich mehr. Kleine Optiker dafür deutlich weniger: der Schnitt liegt unter einer Brille täglich.

Aber selbst wenn sich die Kaufwilligen die Klinke in die Hand geben  ein Optiker oder angestellter Fachhändler kann in acht Stunden Ladenöffnungszeit einfach nur eine begrenzte Anzahl von Kunden beraten und bedienen. Demgegenüber stemmt ein Online-Optiker, der deutschlandweit rund um die Uhr Kunden erreicht, täglich ohne Mühe wesentlich mehr Verkäufe. Zusammen mit den niedrigeren Betriebskosten  schließlich braucht man keine Läden in guten Einkaufslagen  bedeutet das: Um das Unternehmen rentabel zu machen, muss auf das einzelne Produkt viel weniger aufgeschlagen werden. Aus diesem Grund können Online-Optiker wie EYEGLASS24 Gleitsichtgläser vergleichbarer Qualität zu wesentlich günstigeren Preisen anbieten als stationäre Optiker.

3.4 Individuelle Anpassung: Haute couture statt von der Stange

Günstige Gleitsichtgläser kommen normalerweise "von der Stange"  sogenannte "Blanks" mit verschiedenen Additionen werden in großen Mengen vorgefertigt und später nur noch mit der passenden sphärischen Korrektur für die Kurz- oder Weitsichtigkeit des Kunden versehen.

Es gibt heute aber auch die Möglichkeit, die Gläser ganz speziell für die exakte Größe und Sitz der Brillenfassung sowie Haltung und Sehgewohnheiten ihres Trägers zu designen. Solche individuell berechneten und gefertigten Gleitsichtgläser werden Freiformgläser genannt. Sie sind sozusagen die Haute couture der Augenoptik  und entsprechend sehr teuer.

Aber so wie Kleidung von der Stange zum günstigen Preis nicht bedeutet, dass Sie mit zu kurzen oder zu engen Hosen herumlaufen müssen, kommen auch Gleitsichtgläser von der Stange sozusagen in mehreren Kombinationen von "Taillenweite" und "Beinlänge". Was wir damit sagen wollen? Die Designs der Gleitsichtglas-Blanks sind nicht nur für jeden Wert der Addition extra optimiert, sondern auch noch für bestimmte Wertebereiche der sphärischen Korrektur, die später hinzugefügt werden kann. So wird das Sehen für jede Kombination von Addition und Sphäre komfortabel.

Die individuelle Berechnung und Anpassung eines Freiform-Gleitsichtglases bringt demgegenüber nur noch eine vergleichsweise kleine Steigerung von Sehschärfe und Sehkomfort: Damit wird aus einem zu 95 Prozent optimalen Brillenglas vielleicht ein zu 99 Prozent optimales Brillenglas. Gut für die, die sich diesen Luxus leisten können und wollen  aber kein Grund zum Verzweifeln für alle anderen.

Die wenigsten Menschen brauchen wirklich maßgeschneiderte Hosen, um sich in ihrer Haut wohlzufühlen: Für fast alle Beinlängen, Oberschenkeldurchmesser, Taillen- und Hüftweiten findet sich die passende Hose von der Stange. Genauso ist es auch bei Gleitsichtgläsern: Nur wer eine Kombination wirklich ungewöhnlicher Augenwerte und sehr spezieller anderer Anforderungen hat, kommt wirklich nicht ohne individuell berechnete Brillengläser aus. Für die große Mehrheit der "übrigen" stehen jede Menge sinnvoller und in jeder Hinsicht adäquater vorgefertigter Lösungen für komfortables Sehen zur Verfügung.

 

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4. Gleitsichtgläser von EYEGLASS24 – die günstige Alternative

Gleitsichtgläser für eine vorhandene Fassung kaufen Sie bei EYEGLASS24 zu sehr günstigen Preisen ab 149,80 Euro für das Paar. Wir bieten Ihnen Schweizer Qualitätsgläser für einen weiten Bereich von Augenwerten. UV-Schutz, Extrahärtung, Superentspiegelung und Clean Coat sind im Preis bereits inbegriffen. Weitere Optionen (Lotus-Beschichtung, diverse Tönungen, dünnere Brillengläser aus hochbrechendem Kunststoff) sind frei wählbar.

Die Gleitsichtgläser werden in unserer Münchner Fachwerkstatt von staatlich geprüften Augenoptikern in Ihre Fassung eingeschliffen. Das Resultat unterliegt einer doppelten Qualitätsprüfung. Falls Sie mit Ihren neuen Gleitsichtgläsern trotzdem nicht zufrieden sein sollten, haben Sie 100 Tage Rückgaberecht – ohne Wenn und Aber.

4.1 Die richtige Zentrierung – unsere Optiker nehmen es ganz genau

Bei Gleitsichtgläsern ist die korrekte Zentrierung sogar noch wichtiger als bei Einstärkengläsern. Korrekte Zentrierung bedeutet, dass der Mittelpunkt der Fernzone der Gläser genau dort liegt, wo sich Ihre Pupillen beim Blick in die Ferne befinden. Sollten in Ihrer Fassung noch Ihre alten Gleitsichtgläser stecken, können wir die Zentrierdaten auf Wunsch von den alten Gläsern übernehmen. Anderenfalls erhalten Sie von uns eine E-Mail, in der wir Ihnen erklären, wie Sie gemeinsam mit unseren Augenoptikern Ihren Durchblickpunkt ermitteln.

Gibt es noch weitere Fragen, finden Sie mit unseren Augenoptikern am Telefon, per E-Mail oder im Live Chat gemeinsam eine Lösung.

4.2 So funktioniert der Service von EYEGLASS24

Ihre neuen Gleitsichtgläser bestellen Sie bei uns in vier einfachen Schritten.

Schritt 1: Sie wählen online im Brillenglas-Konfigurator Ihre Wunsch-Gleitsichtgläser

Im Brillenglas-Konfigurator unserer Webseite teilen Sie uns mit, in was für eine Fassung die Gleitsichtgläser eingearbeitet werden sollen, ob Sie eine Tönung und sonstige Extras wünschen, welche Größe die nutzbaren Sehbereiche haben sollen und ob Sie extradünne Brillengläser möchten (sofern Sie Ihre Korrekturwerte bereits eingegeben haben, wird Ihnen der Konfigurator hier Vorschläge machen). 

Ihre Augenwerte können Sie uns auf verschiedenen Wegen übermitteln. Sie können uns zusammen mit Ihrer Brille oder per E-Mail/Fax eine Kopie Ihres Brillenpasses oder Brillenrezepts senden. Sie können uns die Werte telefonisch durchgeben. Oder Sie können sie direkt im Brillenglas-Konfigurator eingeben.

Wenn Sie Gleitsichtgläser bestellen, benötigen wir für die korrekte Zentrierung manchmal noch weitere Informationen. Dann setzen wir uns per E-Mail mit Ihnen in Verbindung, sobald Sie Ihre Bestellung abgeschlossen haben, und erklären Ihnen, wie Sie gemeinsam mit unseren Augenoptikern zum Beispiel Ihren Durchblickpunkt ermitteln.

Wenn Sie Fragen haben oder noch weitere Informationen benötigen, sind unsere ausgebildeten Augenoptiker am Telefon, im Live Chat oder per E-Mail gern für Sie da.

Schritt 2: Sie senden Ihre Brille kostenlos ein

Sie haben die Wahl: Haben Sie einen passenden stabilen Karton zur Hand, können Sie sich für die Option Einsendeaufkleber entscheiden. Dann erhalten Sie direkt mit der Auftragsbestätigung von uns per E-Mail einen DHL-Versandaufkleber. 

Oder Sie wählen die Option Einsendekarton mit DHL-Einsendeaufkleber. Dann erhalten Sie eine geeignete Verpackung plus den Einsendeaufkleber per Post innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach Bestellabschluss.

In jedem Fall ist Ihre Sendung auf dem Versandweg bis zu 500 Euro versichert. 

Schritt 3: Wir arbeiten die neuen Gläser in Ihre Fassung ein 

Ist Ihre Sendung bei uns angekommen, werden Brille und Bestellung durch die in unserer Werkstatt tätigen gelernten Augenoptiker geprüft. Sollte etwas an Ihrer Bestellung unklar sein, oder haben Sie sich für eine Option entschieden, die unsere erfahrenen Optiker für nicht ganz optimal halten, werden wir Sie noch einmal kontaktieren. 

Ist alles geklärt, werden die bestellten Gleitsichtgläser unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Zentrierdaten in Ihre Fassung eingeschliffen. Am Ende steht die doppelte Qualitätskontrolle: Wurde die Bestellung vollständig ausgeführt? Stimmen Korrekturwerte und Zentrierung? Sind die Brillengläser fehlerfrei eingearbeitet? Gibt es nichts zu beanstanden, geht es weiter zu Schritt 4.

Schritt 4: Wir senden Ihnen Ihre Brille zurück

Ihre Brille geht per DHL wieder zu Ihnen auf die Reise – wie auf dem Hinweg kostenfrei und versichert. Sofern Ihre alten Brillengläser beim Ausbau aus der Fassung nicht beschädigt wurden, legen wir sie der Sendung bei. 

Ab dem Rückerhalt der Brille genießen Sie das 100-Tage-Rückgaberecht von EYEGLASS24 und die zweijährige Herstellergarantie der Holzer Optik.

Wie lange die Neuverglasung Ihrer Brille dauert, hängt von Ihrer Brillenglas-Auswahl ab. Haben Sie Einstärkengläser bestellt, halten Sie Ihre Brille meist schon nach drei bis fünf Werktagen wieder in den Händen. Bei Gleitsichtgläsern, ungewöhnlichen Korrekturwerten oder selten nachgefragten Kombinationen von Glaseigenschaften beträgt unsere Lieferzeit gewöhnlich um die sieben Werktage. Die genaue Frist wird Ihnen bei der Bestellung angezeigt.

4.3 Herkunft der Gleitsichtgläser von EYEGLASS24

Unsere Brillengläser kommen von der Holzer Optik AG mit Sitz in Basel, Schweiz. Dort verfügt man seit über 25 Jahren über eins der europaweit größten und diversesten Qualitäts-Brillenglaslager. Die Brillengläser der Holzer AG genießen in der Branche einen hervorragenden Ruf. Sie überzeugen durch High-Tech Fertigung, überragende Präzision und mehrfach überprüfte Qualität von Grundglas und Veredelungen. 

Dank unserer engen Zusammenarbeit mit der Holzer AG können wir auch Brillengläser mit außergewöhnlichen Korrekturwerten und/oder speziellen Veredelungen und Beschichtungen anbieten.

4.4 Die Gleitsichtgläser von EYEGLASS24

Gleitsichtgläser von EYEGLASS24 erhalten Sie in drei Qualitäts-Abstufungen. Diese betreffen die Breite der Progressionszone sowie die Größe des nutzbaren Sehbereichs in der Nahzone.

Gleitsichtgläser haben immer einen unscharfen Randbereich – dieser Fehler ist eine unvermeidliche Folge des gleitenden Übergangs der Korrekturwerte von der Fern- zur Nahzone. Unschärfe im Randbereich bedeutet, dass Sie beim Blick zur Seite Ihren Kopf drehen müssen. Verzerrungen im Randbereich können zudem die Orientierung und die Auge-Hand-Koordination erschweren. Je schmaler die nutzbaren Sehbereiche, desto mehr müssen Sie umlernen, um mit den neuen Gleitsichtgläsern alltägliche dynamische Sehaufgaben wieder intuitiv zu bewältigen. 

Gleitsichtgläser älteren und neueren Modells unterscheiden sich darin, wie geschickt die Unschärfe im Randbereich “verteilt” wird. Daraus ergeben sich bei modernen Gleitsichtgläsern breitere nutzbare Sehbereiche, “weichere”, komfortablere Übergänge zum Randbereich und entsprechend weniger potentielle Eingewöhnungsschwierigkeiten.

Standard-,Komfort- und Premium-Gleitsichtgläser unterschieden sich in erster Linie in der Breite der nutzbaren Sehzonen.

4.4.1 Standard-Gleitsichtgläser

Unsere günstigen Standard-Gleitsichtgläser haben eine relativ schmale Progressionszone und eine ebenfalls schmale Nahzone. Sie sind Alltags-Brillengläser für Sehaufgaben, bei denen das gute Sehen im Bereich mittlerer und naher Entfernungen zwar ein Bonus ist, aber nicht im Vordergrund steht. Bei kleineren Additionen fallen die Schwächen der Standard-Gläser weniger auf – sie sind also recht gute Einsteiger-Gleitsichtgläser für Preisbewusste. Für die Büroarbeit sind sie aufgrund der schmalen Zwischen- und Nahbereiche weniger gut geeignet.

4.4.2 Komfort-Gleitsichtgläser

Unsere Komfort-Gleitsichtgläser sind ein Kompromiss für alle, die sich leistungsfähigere Gläser wünschen, aber dabei preisbewusst bleiben. Sie bieten in der Progressionszone und in der Nahzone breitere nutzbare Sehbereiche. Dadurch sind bei Sehaufgaben im Nah- und Zwischenbereich weniger Kopfbewegungen nötig. Für Freizeit und Alltag sind die Komfort-Gläser eine sehr gute Lösung. Für die Büroarbeit sind sie geeignet, aber noch nicht ideal.

4.4.3 Premium-Gleitsichtgläser

Unsere Premium-Gleitsichtgläser holen wirklich alles heraus, was dank moderner Berechnungs- und Fertigungsverfahren auf dem Gebiet vorgefertigter Gleitsichtgläser möglich ist. Sie bieten maximal große nutzbare Sehbereiche von der Nähe bis in die Ferne und sind auch für größere Additionen ideal. Eingewöhnungszeiten sind für Premium-Gläser gewöhnlich etwas kürzer. Für die Büroarbeit sind sie gut geeignet.

Wenn Sie Ihre Gleitsichtgläser allerdings überwiegend im Büro und am Monitor nutzen wollen, empfehlen wir Ihnen, sich über unsere Arbeitsplatzgläser zu informieren.

4.5 Die EYEGLASS24 Werkstatt

Sie möchten wissen, was bei EYEGLASS24 mit Ihrer Brille passiert?

In unserer Münchner Fachwerkstatt liegt es in den Händen unserer ausgebildeten Augenoptiker, 1. Ihre Brille zu vermessen und elektronisch in unser System einzubuchen, 2. die passenden Brillengläser zu ordern, 3. die Brillengläser entsprechend Ihren individuellen Zentrierdaten auf den Zehntelmillimeter genau zuzuschleifen, von Hand nachzuschleifen und 4. schonend in Ihre Fassung einzusetzen. Wenn Sie es wünschen, werden auch die Nasenpads Ihrer Brille ausgewechselt.

Unsere Optiker vermessen Ihre Brille, ermitteln Ihre individuellen Zentrierdaten, ordern Ihre neuen Brillengläser, schleifen sie zu und setzen sie schonend in Ihre eingesandte Fassung ein.

Dabei stehen unseren erfahrenen Profis hochmoderne Scheitelbrechwertmesser für die Auslesung der Zentrierdaten Ihrer alten Gläser, computergestützte CNC-Tracer für die Vermessung Ihrer Fassung und vollautomatische Schleifautomaten zum akkuraten Beschleifen der Gläser zur Verfügung. 

Nicht zu vergessen: 5. die doppelte Qualitätskontrolle. Zwei erfahrene Augenpaare stellen unabhängig voneinander sicher, dass Ihre Brille unsere Werkstatt in tadellosem Zustand verlässt. Gut verpackt, mit Pflegehinweisen, einem neuen Mikrofaserputztuch und bei Bedarf einem Gratis-Etui geht Ihre Brille gleich danach wieder zu Ihnen auf die Reise.

4.6 Die Gründe für den Preisvorteil von EYEGLASS24

Brillengläser allgemein und insbesondere Gleitsichtgläser sind bei EYEGLASS24 aus zwei Gründen so günstig: Wir verkaufen mehr. Und wir haben geringere Fixkosten als jeder stationäre Optiker. An der Qualität der Brillengläser und am fachgerecht ausgeführten Einschleifen machen wir keine Abstriche.

Unsere Fixkosten sind gering, da wir auf Lager- und Verkaufsflächen verzichten. Gleichzeitig verkaufen wir wesentlich mehr Brillengläser als ein stationärer Optiker, da unsere Webseite Kunden deutschlandweit und rund um die Uhr erreicht. Das bedeutet, dass wir auf jedes verkaufte Gleitsichtglas wesentlich weniger Fixkosten umlegen müssen. Somit können wir unsere Gleitsichtgläser viel günstiger verkaufen und trotzdem kostendeckend/gewinnbringend arbeiten.

 

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5. Gleitsichtgläser – zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenkassen legen für Brillengläser nur in Ausnahmefällen etwas dazu, bei den Privaten sieht es besser aus. Details lesen Sie in diesem Abschnitt.

Wenn Sie Brillengläser bei EYEGLASS24 bestellen und Anspruch auf eine volle oder teilweise Erstattung von Ihrer Krankenversicherung haben: kein Problem. Unsere Rechnungen werden von den meisten Krankenkassen problemlos akzeptiert. Sollte es wider Erwarten einmal Beanstandungen geben, nehmen wir gern die nötigen Anpassungen vor.

5.1 Die Gesetzlichen

Wann und welche Sehhilfen verordnungsfähig sind (das heißt von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden), ist bundesweit durch die Hilfsmittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt – gilt also für alle gesetzlichen Kassen gleichermaßen. 

In Deutschland werden Brillengläser bei Kindern und Jugendlichen, bei sehbehinderten Erwachsenen und bei funktioneller Einäugigkeit bezuschusst. Eine Sehbehinderung liegt dann vor, wenn die Sehschärfe beider Augen auch bei optimaler Korrektur durch eine Sehhilfe nicht höher als 30 Prozent (Visus 0,3) ist (Sehbehinderung der Stufe 1). Bei funktioneller Einäugigkeit (Sehschärfe auf dem schlechteren Auge unter 20 Prozent) hat das verbleibende Auge Anspruch auf besonderen Schutz. Dazu gehören auch Korrekturgläser, selbst wenn die Sehschärfe des besseren Auges über 30 Prozent liegt.

Liegt funktionelle Einäugigkeit oder eine Sehbehinderung mindestens der Stufe 1 vor, steht es im Ermessen des Augenarztes, auch Gleitsichtgläser zu verordnen. Dann und nur dann bezuschussen die gesetzlichen Kassen die Brillengläser bis zu einem festgelegten Festbetrag. Die Liste der aktuell bundesweit gültigen Festbeträge für Sehhilfen finden Sie hier. Da sie aus dem Jahr 2008 stammt, als Multifokalgläser noch nicht verordnungsfähig waren, sind allerdings die für Gleitsichtgläser geleisteten Festbeträge aktuell nicht bundesweit geregelt. Sie ergeben sich aktuell aus den Rahmenverträgen der Landesverbände der Krankenkassen mit den Landes-Innungsverbänden der Augenoptiker. So legen etwa die gesetzlichen Kassen in Bayern pro Gleitsichtglas maximal zwischen 112,23 Euro und 176,13 Euro dazu – die Festbeträge sind nach Glasart (Mineralglas oder Kunststoff), Höhe der Fernkorrektur und Höhe einer eventuell zusätzlich notwendigen Zylinderkorrektur bei Hornhautverkrümmung gestaffelt. Aber nicht vergessen: Auch auf diese Leistungen haben Sie nur Anspruch, wenn Sie sehbehindert oder funktionell einäugig sind und eine entsprechende augenärztliche Verordnung vorlegen können.

Fast alle gesetzlichen Kassen bieten in Zusammenarbeit mit Versicherungspartnern private Zusatzversicherungen an, die auch Hilfsmittel wie Sehhilfen abdecken. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer danach!

5.2 Die Privaten

Die privaten Krankenversicherungen sind in der Entscheidung, welche Leistungen sie ihren Kunden anbieten, relativ frei. Damit unterschieden sich auch die Sehhilfen betreffenden Regelungen von Versicherung zu Versicherung – und, ganz wichtig, auch innerhalb der Versicherungen von Tarif zu Tarif. Im Allgemeinen leisten die privaten Versicherer im Bereich Sehhilfen mehr als die gesetzlichen Kassen: Liegt eine Verordnung vom Augenarzt vor (wichtig – der Besuch beim Optiker reicht nicht!), beteiligt sich die Versicherung an den Kosten für Ihre Brillengläser, unabhängig davon, ob Sie als sehbehindert gelten oder nicht. 

Leistungsstarke (und damit natürlich auch teurere) Tarife erstatten gewöhnlich alle zwei Jahre 100 Prozent der Kosten für neue Brillengläser/Gleitsichtgläser (Entspiegelung, Beschichtungen und nicht medizinisch notwendige Tönungen werden aber oft nicht übernommen) und beteiligen sich mit einem Festbetrag an einer neuen Fassung. 

Günstige Tarife der Privaten sehen für die Brillengläser immerhin einen Zuschuss vor. Übliche Beträge liegen hier zwischen 100 und 225 Euro. Aber natürlich werden die erstattungsfähigen Leistungen mit einer gegebenenfalls tariflich vereinbarten jährlichen Selbstbeteiligung verrechnet.

 

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6. Tipps rund um Gleitsichtgläser

6.1 Wählen Sie die Fassung nicht zu klein

Fernzone, Progressionszone und Nahzone eines Gleitsichtglases brauchen Platz – und der wird knapp, je kleiner Ihre Fassung ist. Der Platzmangel geht vor allem zu Lasten der Nahzone, die sich bei allen Gleitsichtgläsern nach unten hin glockenförmig verbreitert. Je kleiner wir das Gleitsicht-Brillenglas zurechtschleifen müssen, desto enger und kleiner wird der für die Nahsicht zur Verfügung stehende Glasbereich. 

Wenn Sie sehr an Ihrer kleinen Fassung hängen, sollten Sie sich auf jeden Fall für Premium-Gleitsichtgläser entscheiden. Nur diese bieten dank ihrer besonders breiten Progressions- und Nahzonen auch bei einer schmalen Fassung noch genügend Sehkomfort.

6.2 Büroarbeit braucht breite Progressions- und Nahzonen – oder Arbeitsplatzgläser

Wenn Sie nicht viel am Monitor oder am Schreibtisch sitzen, sondern mit Ihrer Gleitsichtbrille eher draußen oder auch drinnen unterwegs sind, können die günstigen Standard-Gleitsichtgläser mit ihren schmaleren Progressions- und Nahzonen vollkommen ausreichen: Schließlich brauchen Sie Ihre Brille überwiegend für die Fernsicht. Auch Standard-Gleitsichtgläser machen Ihre Augen fit für den Blick auf Handy oder Armbanduhr, fürs Entziffern von Speisekarte, Fahrplan oder Etiketten – und eine Zeitung können Sie damit natürlich ebenfalls lesen. 

Wenn Ihre Augen allerdings – berufsbedingt oder aus anderen Gründen – sehr viele Sehaufgaben im Nahbereich zu bewältigen haben, werden Sie die Limitationen von Standard-Gleitsichtgläsern deutlich spüren. Wer am Schreibtisch oder an der Werkbank arbeitet, gern auf dem Laptop Filme schaut oder besonders viel liest, braucht Gleitsichtgläser mit breiten, komfortablen Nah- und Progressionszonen: Hier sind Komfort- oder Premiumgläser das Richtige. 

Wer den Berufsalltag überwiegend am Computermonitor verbringt, sollte sich für Premiumgläser entscheiden – oder die Anschaffung von Arbeitsplatzgläsern erwägen. Diese speziellen Gleitsichtgläser sind für den Computerarbeitsplatz optimiert. Arbeitsplatzgläser verzichten zugunsten breiter Zonen für mittlere und nahe Sehentfernungen auf die Korrektur für die Fernsicht. Sie ermöglichen Ihnen eine entspannte, ergonomische Körperhaltung am Monitor und maximalen Sehkomfort bei allen Sehaufgaben rund um die Büroarbeit.

6.3 Die Arbeitsplatzbrille für den Bildschirmarbeitsplatz finanziert in vielen Fällen der Arbeitgeber!

Brillenkauf ist in Deutschland größtenteils Privatsache. Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme: Wer alterssichtig und überwiegend am Monitor tätig ist, hat als Angestellter laut Bildschirmarbeitsplatzverordnung und Arbeitsschutzgesetz Anspruch auf eine Bildschirmarbeitsplatzbrille. Die Sehhilfe gilt arbeitsschutzrechtlich als persönliche Schutzausrüstung – und für die Bildschirmarbeitsplatzgläser muss der Arbeitgeber aufkommen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist eine entsprechende Verordnung vom Augenarzt.

6.4 Lohnt sich eine Brillenversicherung?

Gleitsichtgläser – auch günstig bei EYEGLASS24 erworbene – sind keine ganz kleine Anschaffung. Was, wenn sie beschädigt werden? Oder wenn sich die Korrekturwerte schon nach wenigen Monaten ändern? Dass bei einer beginnenden Alterssichtigkeit aus einer Dioptrie Addition relativ bald zwei werden, ist gar nichts Ungewöhnliches.

Eine Brillenversicherung kann sich daher gerade für Gleitsichtgläser durchaus lohnen. Hier bezahlt man einen monatlichen Beitrag und bekommt dafür im allgemeinen alle zwei Jahre neue Brillengläser – oder auch eher, sofern sich die Korrekturwerte ändern oder die Gläser beschädigt wurden.

Allerdings sollten Sie einen genauen Blick auf die Konditionen werfen: Manche Versicherungen decken nur die Dioptrien-Änderungen ab, Reparatur oder Neukauf nach Beschädigung aber nicht. Monatliche Beiträge und die bei Brillen-Neukauf bzw. Reparatur geleisteten Zuschüsse sollten zudem in einem möglichst günstigen Verhältnis stehen (das günstigere Preis-Leistungsverhältnis bieten nicht selten Brillenversicherungen mit etwas höheren Monatsbeiträgen: Wenn Sie zwei Jahre lang monatlich 7 Euro einzahlen und am Ende 200 Euro Zuschuss für die neue Brille bekommen, haben Sie 200 – 24x7 = 32 Euro gespart. Zahlen Sie monatlich 12 Euro und erhalten 400 Euro Zuschuss, sparen Sie ganze 400 – 24x12 = 112 Euro. Zücken Sie beim Tarifvergleich ruhig einmal den Taschenrechner!). Um sich einen Überblick über Anbieter und Tarife von Brillenversicherungen zu verschaffen, können Sie bequem ein Vergleichsportal wie Check24 nutzen.

Eine Verträglichkeitsgarantie für Gleitsichtgläser bieten Brillenversicherungen im Allgemeinen nicht. Hierfür gewähren einige Optiker eigene Garantien. Bei EYEGLASS24 genießen Sie 100 Tage Rückgaberecht auf jedes bei uns gekaufte Paar Gläser inklusive Erstattung der Rücksendekosten.

6.5 Wie sollte man Gleitsichtgläser reinigen?

Tipps zum Reinigen und Pflegen von Gleitsichtgläsern sind prinzipiell dieselben wie für Einstärkengläser. Gleitsichtgläser von EYEGLASS24 sind Kunststoffgläser mit Hartschicht, Superentspiegelung und Clean Coat. Als wählbare Option steht weiterhin die wasser- und schmutzabweisende abweisende Lotus-Beschichtung zur Verfügung.

Hitze, Salzwasser und bestimmte Chemikalien (Haarlack, Alkohol, Nagellackentferner) schaden Brillengläsern aus Kunststoff beziehungsweise ihren Beschichtungen.

Für die trockene Reinigung zwischendurch empfehlen wir ein Brillenputztuch aus Mikrofaser. Mikrofaser besteht aus extrem feinen Kunststofffasern, fusselt nicht und bindet Staub, Schmutz und Fett dauerhaft. Ein geeignetes Tuch legen wir der Sendung mit Ihrer neu verglasten Brille bei. Von der Verwendung von Pulloverärmel, T-Shirt-Zipfel oder Papiertüchern zur Reinigung der Brillengläser raten wir ab, da grobe Fasern beziehungsweise an der Kleidung haftende Schmutz- und Staubpartikel die Oberfläche der Gläser zerkratzen können. Außerdem können solche ungeeigneten Materialien auf den Gläsern Fusseln hinterlassen und/oder die (Kunststoff-) Glasoberfläche elektrostatisch aufladen und damit staubanziehend machen.

Auch ein Brillenputztuch kann von Zeit zu Zeit einmal eine Wäsche vertragen. So werden die Poren des Gewebes wieder frei. Waschtipp: Bis 60 Grad, ohne Weichspüler, am besten in einem kleinen Waschsack, damit die Mikrofaser keine Fusseln von anderen Wäschestücken anzieht.

Für die wenn nötig tägliche feuchte Reinigung Ihrer Gleitsichtgläser sind lauwarmes Wasser und einfache Geschirrspülseife am besten geeignet. Halten Sie die Brille kurz unter den Wasserstrahl, geben Sie dann einen Tropfen Spülmittel auf Ihre Fingerspitze und reiben Sie es auf den Gläsern, auf Brücke, Nasenpads und Brillenbügeln schaumig. Dann spülen Sie die Brille unter fließendem Wasser gründlich ab und trocknen Sie das Gestell mit einem sauberen Baumwolltuch. Beim Polieren der Gläser kommt wieder das Mikrofasertuch zum Einsatz.

Verzichten Sie besser auf feuchte Brillenputztücher. Sie können Alkohol oder andere Lösungsmittel enthalten, die sich zum Reinigen beschichteter Kunststoffgläser nicht wirklich eignen. 

 

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7. Sehen mit Gleitsichtgläsern: Ein Stück weit umlernen

Gleitsichtgläser sind ein guter Ersatz für die verringerte Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse bei Alterssichtigkeit. Trotzdem ist es wichtig, sich von vornherein darüber klar zu sein, dass Sehen mit Gleitsichtgläsern zunächst einmal umlernen bedeutet. Das geht bei einigen schnell und problemlos. Manchmal aber kann es in der Eingewöhnungsphase durchaus Schwierigkeiten geben. Näheres erfahren Sie in diesem Abschnitt.

7.1 Nach unten und zur Seite schauen geht mit Gleitsichtgläsern anders: Kopfbewegungen ersetzen Augenbewegungen

Die fein abgestimmte Brechkraft der Augenlinse ist immer genau da, wo Sie sie benötigen: direkt in Ihrer Blickrichtung. Und auch die korrigierende Unterstützung eines Einstärkenglases ist zwar im optischen Zentrum des Brillenglases am besten, taugt aber auch noch, wenn Sie Ihren Blick zur Seite oder nach unten schweifen lassen. Bei einem Gleitsichtglas ist das anders. Hier müssen Sie viel mehr “mit dem Kopf machen”  im direkten, und in der Eingewöhnungsphase auch im übertragenen Sinne. 

7.1.1 Fahrplan lesen, Treppen steigen

Wie gesagt: Ein Gleitsichtglas hat unterschiedliche Sehbereiche für die Fernsicht, für die Nahsicht und für mittlere Entfernungen. Die Lage dieser Bereiche ist so gewählt, dass sie der natürlichen Blickrichtung bei den unterschiedlichen Sehaufgaben entspricht – der Blick geradeaus geht meist in weitere Entfernungen, der Blick nach unten auf Buch, Zeitung oder Handy. Aber das ist natürlich kein unumstößliches Gesetz: Wer vorm Computer sitzt, an der Bushaltestelle den Fahrplan lesen will oder vor dem Restaurant die ausgehängte Speisekarte, schaut geradeaus in die Nähe. Wer eine Treppe hinuntersteigt oder in unebenem Gelände unterwegs ist, schaut nach unten in die (relative) Ferne. 

In den zuerst beschriebenen Ausnahmen können Sie Ihrer Gleitsichtbrille auf die Sprünge helfen, indem Sie Ihren Kopf etwas anheben und so die Nahzone in Ihre Blickrichtung bringen. Beim Treppensteigen oder Spazierengehen wird es schwieriger: Mit gesenktem Kopf sehen Sie zwar die kommenden Stufen/Wegabschnitte scharf, dafür entgeht Ihnen aber, was sich auf Kopfhöhe vor Ihnen befindet. Tempo verlangsamen und durch Auf- und Abschauen orientieren ist hier die vernünftigste Vorgehensweise.

Sehen mit Gleitsichtgläsern: Kopfbewegungen ersetzen Augenbewegungen

Wohldosierte Kopfbewegungen müssen also bei Gleitsichtgläsern manchmal die gewohnten Augenbewegungen ersetzen. Diese neuen Sehgewohnheiten müssen sich erst einmal festigen – aber irgendwann klappt es, auch ohne dass Sie immer daran denken.

7.1.2 Der Blick zur Seite

Gleiches gilt auch für den Blick zur Seite. Auch hier heißt es mit Gleitsichtgläsern: Kopf mitnehmen. Den fließenden Übergang zwischen Fern- und Nahzone “erkaufen” Gleitsichtgläser mit einem je nach Qualität mehr oder weniger eingeschränkten Sehfeld in der Progressionszone und in der Nahzone. Wer beim Blick in mittlere und nahe Entfernungen nur die Augen bewegt, um zur Seite zu schauen, sieht durch die Randbereiche der Gleitsichtgläser verschwommen und verzerrt.

Besonders bei einfachen Standard-Gleitsichtgläsern kann sich das auch als Problem beim Lesen bemerkbar machen, denn auch dabei wandert der Blick ja von links nach rechts und zurück: Anstatt hübsch gerade zu sein wie gewohnt, erscheinen Schriftzeilen schräg oder wellig, Fotos oder Tabellen verzerrt, Computertastaturen gewölbt. Glücklicherweise kann das Gehirn aber hier ein ganzes Stück gegensteuern: Nach einiger Zeit können diese irritierenden Wahrnehmungen intern korrigiert werden, und für Sie sieht alles wieder “normal” aus.

Eine im Rahmen einer Bachelorarbeit im Studiengang Augenoptik an der Hochschule Aalen durchgeführte und 2015 veröffentlichte Studie ergab, dass von 243 Studienteilnehmern, von denen etwa die Hälfte zunächst über Probleme mit ihren Gleitsichtgläsern klagte, letztlich über 80 Prozent mit einer hochwertigen und fachlich korrekt angefertigten Gleitsichtbrille sehr zufrieden waren.

7.2 Arbeitsplatzgläser für die Arbeit am Monitor

Was Sie unbedingt noch wissen sollten: Für Büroarbeiter mit Desktop-Computer sind klassische Gleitsichtgläser nicht ganz optimal!

Am Bildschirm stehen Sie vor einer Sehaufgabe, die mit Gleitsichtgläsern zu einem ergonomischen Alptraum wird. Der Computermonitor des durchschnittlichen Büroarbeitsplatzes steht um die 60 Zentimeter von der Schreibtischkante entfernt auf Augenhöhe, oder sogar etwas darüber. 60 Zentimeter sind etwa die doppelte Leseentfernung. Schauen Büroarbeiter geradeaus, steht ihnen für den ganz scharfen Blick auf den Bildschirm nur ein kleiner, innerhalb der Progressionszone gelegener Bereich der Brillengläser zur Verfügung: sehr unbequem. Um Abhilfe zu schaffen, verkleinert man die Sehentfernung, indem man sich nach vorn beugt, und hebt gleichzeitig das Kinn, um den Monitor vor die Nahzone zu bekommen: erst recht keine gute Idee. Diese verkrampfte Haltung schadet der Wirbelsäule schon nach kurzer Zeit. 

Deshalb gibt es für Büroarbeiter spezielle Gleitsichtgläser, die unter dem Namen Arbeitsplatzgläser, Computergläser oder Nahkomfortgläser bekannt sind. Ihre Sehbereiche sind für den Nah- und Zwischenbereich optimiert – beim Blick geradeaus profitieren Sie von einem breiten, auf Ihren persönlichen Monitorabstand optimierten Sehfeld. 

Im Angebot von EYEGLASS24 finden Sie nicht nur klassische Gleitsichtgläser verschiedener Qualitäten, sondern auch die richtigen Arbeitsplatzgläser für Ihre individuelle Monitordistanz – wählen Sie zwischen 40 und 160 Zentimeter Arbeitsabstand.

7.3 Gleitsichtgläser beim Autofahren

Viele Brillenträger, die zum ersten Mal mit Gleitsichtgläsern Auto fahren, sind verunsichert: Beim Blick in die rechten und linken Außenspiegel ist die Sicht verschwommen und verzerrt. Und auch beim Innenspiegel dauert es manchmal einen Moment, bis der Durchblickpunkt für die scharfe Sicht gefunden ist. 

Auch wenn diese Irritationen sich durch kleine Anpassungen Ihres Verhaltens überwinden lassen, sollten Sie in der Eingewöhnungsphase ganz besonders umsichtig fahren! 

7.3.1 Umsicht im Wortsinn: Mit kleinen Kopfbewegungen alles im Blick

Die korrekte Kopfhaltung für den Blick in den Innenspiegel stellt sich schnell von selbst ein. Und beim Blick in die Seitenspiegel müssen Sie den Kopf ein wenig neigen und zur Seite drehen, um durch den Fernteil der Gläser zu schauen, anstatt wie sonst nur die Augen zum Spiegel wandern zu lassen. Ähnliches gilt für den Schulterblick: Drehen Sie sich noch ein Stück weiter um als gewohnt.

Es kann sein, dass Sie anfangs mit steifem Nacken aus dem Auto klettern. Aber das gibt sich normalerweise wieder, und die kleinen Kopfbewegungen gehen Ihnen im Laufe von ein paar Wochen in Fleisch und Blut über.

Premium-Gleitsichtgläser mit breitem Nah- und Zwischenbereich minimieren die beschriebenen Probleme. Wer häufig oder gar von berufs wegen mit dem Auto unterwegs ist, sollte am besten in die etwas teureren Brillengläser investieren.

7.3.2 Fernzone zu klein?

Ein weiteres potentielles Problem ergibt sich daraus, dass der Durchblickpunkt für die Fernsicht normalerweise nicht beim Autofahren ermittelt wird. Daher finden manche Autofahrer, dass die Fernzone bei ihnen etwas zu hoch ansetzt, um ohne weiteres scharfe Sicht durch die gesamte Windschutzscheibe zu ermöglichen. Vor allem ist das der Fall, wenn Sie beim Fahren erhöht (etwa im Transporter, Bus oder LKW) oder weit zurückgelehnt sitzen. 

Lassen Sie Ihre Gleitsichtbrille entsprechend anpassen, sind Sie wahrscheinlich für andere Tätigkeiten wieder nicht optimal versorgt. Wenn Sie häufig fahren und Ihre Sitzposition nicht ändern können oder wollen, empfehlen wir Ihnen, eine Zweitbrille mit speziell für das Autofahren zentrierten Gleitsichtgläsern anfertigen zu lassen. Sprechen Sie mit uns – die EYEGLASS24 Optiker beraten Sie gern!

 

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8. Eingewöhnungszeit und Verträglichkeit von Gleitsichtgläsern

Eine neue Gleitsichtbrille ist zunächst eine Herausforderung für Augen und Gehirn. Die unscharfen Randbereiche der Gläser verlangen ein Umlernen bei manchen Sehaufgaben im Zwischen- und Nahbereich. Rechnen Sie mit einer Eingewöhnungszeit von etwa drei Wochen.

Statt nur die Augen zu bewegen, müssen Sie jetzt beim Lesen, beim Betrachten einer Auslage, beim Überblicken eines Raumes oder beim Treppensteigen kleine, wohldosierte Kopfbewegungen machen, um mit Ihrer Blickrichtung nicht außerhalb der nutzbaren Sehbereiche zu landen. 

An den Übergängen zwischen Progressions- beziehungsweise Nahzone und Randbereichen kann es zudem zu Verzerrungen kommen: Gerade Linien wirken gekrümmt, das Armaturenbrett im Auto scheint sich zu wölben, das Abschätzen von Entfernungen im Zwischenbereich fällt schwer. Das macht das Sehen mit den Multifokalgläsern in der Eingewöhnungsphase manchmal sehr anstrengend. Mancher hat gar das Gefühl, die ganze Welt würde um ihn herum schwanken – Schwindelgefühle und Übelkeit inklusive.

8.1 Übung macht den Meister

Erschrecken Sie nicht, wenn in der Eingewöhnungszeit solche Schwierigkeiten bei Ihnen auftreten. So störend Sie zunächst sind – es dauert gar nicht lange, bis Sie die erforderlichen kleinen Kopfbewegungen vollkommen unwillkürlich machen. 

Das letzte Bild zeigt, worum es beim Lesen, beim Gehen und beim Treppensteigen ankommt.

Beim Lesen bringen Sie immer das Nahsichtfeld der Gleitsichtgläser vor Ihre Augen. Das heißt, Sie müssen den Kopf (alternativ die Brille) leicht anheben, um etwa einen Fahrplan oder eine ausgehängte Speisekarte zu studieren. Beim Lesen langer Zeilen – also zum Beispiel bei großformatigen Zeitungen – kann es außerdem sein, dass Sie ganz kleine pendelnde Kopfbewegungen machen müssen, anstatt den Zeilen nur mit den Augen zu folgen.

Auch beim Treppensteigen oder Gehen in nicht ganz ebenem Gelände haben Träger von Gleitsichtgläsern in der Eingewöhnungsphase erst einmal Schwierigkeiten: Sie schauen durch die Nahzone nach unten und sehen Treppenstufen, Bordsteinkanten oder andere Hindernisse auf dem Boden etwas unscharf, können auch Entfernungen nicht so sicher beurteilen wie gewohnt. Was hier hilft, um Stolpern und Stürze zu vermeiden: Entweder den Kopf etwas senken oder die Brille auf die Nase herunterrutschen lassen, um durch den Fernteil zu schauen. 

Auch das Gehirn gewöhnt sich an die bei manchen Sehaufgaben auftretenden Verzerrungen und lernt, sie aus dem Seheindruck “herauszurechnen”. Bald werden Sie sie gar nicht mehr wahrnehmen.

8.2 Möglichst durchgehend tragen!

Es gibt etwas, was Sie im Interesse einer möglichst kurzen Eingewöhnungszeit tun können: Tragen Sie Ihre neue Gleitsichtbrille trotz eventuell auftretender Irritationen möglichst durchgehend! Je weniger Sie pausieren, desto mehr Gelegenheit haben Augen und Kopf, sich auf die neue Situation und ihr verändertes Zusammenspiel einzustellen. So haben Sie gute Chancen, die Eingewöhnungsphase auf wenige Tage zu verkürzen. In Einzelfällen kann sie allerdings auch schon einmal mehrere Wochen dauern.

8.3 Eher früher als später mit Gleitsicht korrigieren!

Keine kleine Rolle spielt dabei das Alter, in dem Sie mit dem Tragen von Gleitsichtgläsern starten. Je jünger Sie sind, desto flexibler ist Ihr Gehirn beim Bewältigen der neuen Herausforderungen. Deswegen ist es grundsätzlich sehr sinnvoll, bereits eine beginnende Alterssichtigkeit mit Gleitsichtgläsern mit einer kleinen Addition zu korrigieren: So wachsen Ihre Augen besonders sanft in das Sehen mit der Gleitsichtbrille hinein. Wird später eine höhere Addition fällig, bei der tendenziell auch mehr Verzerrungen und Unschärfen auftreten, sind Sie bereits Gleitsicht-Profi und bewältigen die stärkeren Nebeneffekte mühelos.

8.4 Gleitsichtunverträglichkeit

Selten kann es vorkommen, dass sich jemand absolut nicht an Gleitsichtgläser gewöhnen kann. Fortgeschrittenes Alter, eventuell auch eine abweichende Organisation im visuellen Cortex des Gehirns sind mögliche Ursachen dafür. Von Gleitsichtunverträglichkeit zu sprechen macht Sinn, wenn die beschriebenen Probleme beim Tragen einer korrekt angepassten Gleitsichtbrille trotz kontinuierlichem Tragen auch nach mehr als zwei Monaten noch in nahezu unveränderter Stärke auftreten.

Erhebungen darüber, wie häufig die echte Gleitsichtunverträglichkeit ist, gibt es leider bislang kaum. Manchmal wird als Schätzwert 5 Prozent angegeben. 

In vielen Fällen liegen fortgesetzten Schwierigkeiten mit der Gleitsichtbrille aber nicht an einer unabänderlichen Unverträglichkeit, sondern an nicht korrekt zentrierten Gleitsichtgläsern beziehungsweise falsch gemessenen Augenwerten. In der bereits erwähnten an der Hochschule Aalen durchgeführten deutschlandweiten Erhebung zeigte sich, dass die Mehrheit der unzufriedenen Gleitsichtbrillenträger nach einer erneuten, korrigierten Anpassung viel besser mit ihren Korrekturgläsern zurechtkam. Daher sollten auch Sie nicht erst zwei Monate warten, bevor Sie Zentrierung und Korrekturwerte Ihrer Brille beim Optiker nachprüfen lassen – es wäre doch ärgerlich, wenn Sie sich all die Wochen einfach nur mit einer falsch angepassten Brille quälen würden.

In jedem Fall sind Sie beim Kauf von Gleitsichtgläsern bei EYEGLASS24 durch unsere 100- Tage-Rücknahmegarantie abgesichert. Sollten Sie sich an Ihre neuen Brillengläser wirklich nicht gewöhnen können, bekommen Sie Ihr Geld zurück und wir setzen, soweit möglich, Ihre alten Brillengläser wieder in Ihre Fassung ein – natürlich ebenfalls kostenfrei. 

 

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9. Auf einen Blick: Vor- und Nachteile von Gleitsichtgläsern

9.1 Vorteile

  • Bei Altersichtigkeit sind Gleitsichtgläser DIE Sehlösung für alle Sehbereiche – kein Wechsel zwischen Lesebrille und Fernbrille mehr.
  • Gleitsichtgläser bieten scharfe Sicht auch im Zwischenbereich zwischen Nah- und Fernsicht (Gespräche, Haushalt, PC, Navi, Armaturenbrett im Auto).
  • Gleitsichtgläser haben gegenüber Bifokalgläsern einen unschlagbaren ästhetischen Vorteil: es gibt keine “Kante” mitten im Brillenglas

9.2 Nachteile

  • Gleitsichtgläser sind tendenziell “gewöhnungsbedürftiger” als andere Brillengläser – vor allem bei Tragebeginn in fortgeschrittenem Alter.
  • Gleitsichtgläser haben immer Randzonen mit weniger scharfer Sicht.
  • Gleitsichtgläser sind relativ teuer (aber die Online-Bestellung bei EYEGLASS24 bietet einen großen Preisvorteil). 

9.3 Für diese Berufsgruppen sind Gleitsichtgläser nicht oder nur bedingt geeignet

Ausführliche Informationen bietet die vom Bundesministerium für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegebene Broschüre Korrekturbrillen am Arbeitsplatz. Sie stammt zwar aus dem Jahr 1989 und kann deshalb die späteren Entwicklungen auf dem Gebiet der Multifokalgläser nicht berücksichtigen, enthält aber alles grundsätzlich Bedenkenswerte zum Thema Berufe und Gleitsichtgläser.

9.3.1 Kopfüber, kopfunter

Wer von Berufs wegen regelmäßig die “natürliche” Ordnung der Sehbereiche umkehrt und für die Nahsicht eigentlich durch den oberen Teil der Brillengläser schauen müsste, ist mit Standard-Gleitsichtgläsern nicht gut bedient. 

Dazu gehören der Fahrzeugmechaniker (der auch einen gründlichen Blick unters Auto werfen muss), der Installateur (der den Rohranschluss unterm Waschbecken montiert), der Maler oder Trockenbauer, der zum Beispiel in Kopfhöhe Arbeiten ausführt oder perfekte Übergänge zwischen Wand und Decke streichen will, und der Bergmann.

9.3.2 Gerade Fugen, fallende Baumstämme

Weiterhin sind Berufstätige, bei denen präzises peripheres Sehen/ein breites Sichtfeld im Zwischenbereich unabdingbar sind, keine guten Kandidaten für Gleitsichtgläser: Der Fliesenleger, der perfektes Augenmaß braucht, um gerade Fugen zu legen, bekommt Probleme mit den Verzerrungen in den Randzonen. Ebenso, wenn auch in geringerem Maße, viele in der industriellen Holz- und Metallverarbeitung Beschäftigte. Waldarbeiter, Sägewerker oder Arbeiter im Walzwerk können mögliche Gefahren mit Gleitsichtgläsern eventuell nicht richtig einschätzen.

9.3.3 ... und der Büroarbeiter?

Über Probleme mit Gleitsichtgläsern am PC-Arbeitsplatz haben wir bereits gesprochen: Mit Premium-Gleitsichtgläsern ist komfortable Sicht auf den Monitor durchaus möglich. Eventuell sollte aber über die Anschaffung von Arbeitsplatzgläsern nachgedacht werden, die wirklich für Computertätigkeiten optimiert sind. Auch die gibt es bei EYEGLASS24.

 

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10. Hersteller von Gleitsichtgläsern

Zu den namhaften Herstellern von Marken-Gleitsichtgläsern gehören insbesondere

  • das französische Unternehmen Essilor – dessen Vorgänger Essel führte 1959 mit Varilux das erste Gleitsichtglas ein. Die Varilux-Familie umfasst heute verschiedene Gleitsichtglas-Designs.
  • Rodenstock – präsentierte 1981 mit Progressiv R das erste in Deutschland entwickelte Gleitsichtglas-Design. Zur Gleitsichtglas-Familie von Rodenstock gehören heute Impression, Multigressiv und Progressiv.
  • Rupp + Hubrach – noch ein deutsches Unternehmen auf dem Gleitsichtglas-Markt. Die R+H-Gleitsichtgläser heißen ANATEO und YSIS.
  • Carl Zeiss – stellte 2000 das erste individuell angepasste Gleitsichtglas vor. Zum Gleitsicht-Portfolio des namhaften deutschen Optikunternehmens gehören Precision und Individual.
  • Stratemeyer – das Bochumer Traditionsunternehmen stellt mit Maxy, Shorty und Cash-PRO drei Gleitsichtglastypen her.
  • OGA (Optik Glas Aschaffenburg) – individuelle Gleitsichtgläser “made in Germany”.
  • Ophthalmica – das kleine Unternehmen fertigt in Rathenow unter anderem die Bellevue Individual Gleitsichtgläser.
  • Hoya – das japanische Unternehmen produziert unter dem Markennamen Hoyalux eine Reihe unterschiedlicher Gleitsichtglas-Designs.
  • Seiko – ein weiteres japanisches Unternehmen (SEIKO Superior, Emblem, Synergy und Vision).
  • Nikon: unter dem Namen Nika produziert das japanische Unternehmen auch Gleitsichtgläser (Presio, Evo und NikaPlus).

10.1 Qualitätsunterschiede und Qualitätsmerkmale von Gleitsichtgläsern

Jeder Hersteller beschwört die Einzigartigkeit und besondere Qualität seiner Gleitsichtgläser in blumigen Worten. Andererseits: Ist ein Gleitsichtglas nicht letztlich ein Gleitsichtglas? Wieviel “Platz” gibt es zwischen Nahzone, Progressionszone und Fernzone eigentlich für Qualitätsunterschiede?

Markengleitsichtgläser unterschiedlicher Hersteller wirklich fundiert vergleichen können nicht einmal Optiker – denn die meisten arbeiten nur mit einem oder bestenfalls mit zwei Herstellern zusammen. Grundsätzlich wird Ihnen aber wohl jeder Optiker sagen, dass Markengleitsichtgläser unabhängig vom Hersteller durchweg sehr hochwertig sind – und dass es manchmal einfach eine Frage der persönlichen Präferenz sein kann, welches Glas am besten mit den eigenen Sehgewohnheiten harmoniert.

Aber zwischen einfachen Designs, Premium-Designs und personalisierten Designs gibt es tatsächlich einige grundsätzliche Unterschiede.

Hochwertige Gleitsichtgläser bieten meist mehrere der folgenden Vorteile:

  • breitere nutzbare Sehzonen: besonders breite Übergangszone und Nahzone
  • sanfte Übergänge zwischen nutzbaren Bereichen und unscharfer Glasperipherie
  • besonders sanfte Übergänge zwischen den einzelnen Sehzonen
  • stabile Seheindrücke – die Umgebung “schwankt” und “schwimmt” nicht, wenn Sie die Augen bewegen
  • schärfere Sicht vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen durch asphärisches Design
  • bessere Farb- und Kontrastwahrnehmung
  • spezielle Glasdesigns mit angepassten Sehbereichen für kleine oder besonders hohe Brillenfassungen
  • angepasste Sehzonen für unterschiedliche Sehanforderungen (Leseratte, Autofahrer, Laptoparbeiter, Flaneur...)
  • personalisierte Designs

Personalisierte Designs zeichnen sich aus durch die individuelle Optimierung der Vorder- und Rückseite des Brillenglases unter Berücksichtigung folgender Parameter:

  • die Trageparameter der persönlichen Brillenfassung (Abstand zwischen Auge und Fassung, Vorneigung der Fassung, Winkel zwischen den Brillengläsern) und die Glasstärke
  • die persönlichen Sehgewohnheiten, Pupillen- und Augenbewegungen beim Lesen und bei anderen bevorzugten Aktivitäten

Vor der Fertigung eines individualisierten Gleitsichglases steht die Vermessung der Augen an einer computergestützten Messstation. Jeder Hersteller hat hier seine eigene Variante – und da sich ein Optiker kaum mehrere dieser teuren Hightech-Geräte hinstellen kann, wird er normalerweise auch nur individualisierte Gläser von einem Hersteller anbieten.

Über die beschriebenen Technologien und Möglichkeiten verfügen so gut wie alle Hersteller, auch wenn sie sie mit unterschiedlichen patentierten Verfahren realisieren. Wirkliche Alleinstellungsmerkmale sind heute selten. Rupp + Hubrach verfügen über eins: nämlich die INTUITIV-Technologie. Sie geht davon aus, dass sich die Sehgewohnheiten von Rechts- und Linkshändern beim Schreiben und Lesen subtil unterscheiden, und berücksichtigt daher die Händigkeit des Brillenträgers bei der Berechnung von Gleitsichtgläsern.

 

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11. Sehtest, Korrekturwerte, Zentrierung – wie läuft das bei Gleitsichtgläsern?

Sie können das sprichwörtliche Kleingedruckte nicht mehr lesen? Oder nur noch bei sehr guter Beleuchtung? Sie brauchen zum Lesen zunehmend Abstand? Sie sind kurzsichtig und tragen eine Brille, müssen diese aber neuerdings beim Lesen abnehmen? Ihre Augen ermüden, tränen oder brennen bei längerem Nahfokussieren? Dann macht sich wahrscheinlich bei Ihnen eine Alterssichtigkeit bemerkbar, und es ist Zeit für einen Sehtest. 

Die Akkommodationsfähigkeit der Augenlinse hat bei den meisten Menschen bereits vom Jugendalter an kontinuierlich nachgelassen. Spürbar hinderlich wird das meist irgendwann zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Wer weitsichtig ist, bemerkt das Nachlassen der Nahsehschärfe meist eher als Kurzsichtige. Im Zusammenhang mit Diabetes, Gefäßerkrankungen oder regelmäßiger Einnahme bestimmter Medikamente kann es übrigens auch zu einem verfrühten Einsetzen der Alterssichtigkeit kommen.

11.1 Sehtest beim Augenarzt oder Optiker?

Einen Sehtest führen sowohl Augenarzt als auch Optiker durch. Unserer Erfahrung nach sind die Messergebnisse von Augenoptikern tendenziell etwas besser. Das liegt daran, dass viele Augenärzte davon ausgehen, dass ein Optiker sowieso nochmal nachmisst. Wenn Sie also die Messergebnisse des Augenarztes zum Kauf von neuen Brillengläsern verwenden wollen, empfiehlt es sich, dass Sie Ihren Augenarzt vorab darauf aufmerksam machen.

Außerdem zu beachten: Wenn Sie gesetzlich versichert und sehbehindert, privat versichert oder zusatzversichert sind und die Brillenkosten von Ihrer Versicherung ganz oder teilweise erstattet bekommen, brauchen Sie für eine neue Brille ein Rezept. Dann muss Ihr Weg Sie zunächst zum Augenarzt führen. Und: In dem Alter, in dem die Alterssichtigkeit einsetzt, steigt auch das Risiko bestimmter Augenkrankheiten. Sofern Ihre Augen lange nicht untersucht wurden, ist ein Termin auch aus diesem Grund eine gute Idee. Glaukom (Augendruckerhöhung), Makuladegeneration oder Retinopathien (Netzhautprobleme, die zum Beispiel bei Diabetikern auftreten können) diagnostiziert und behandelt nur ein Ophthalmologe. 

11.2 Kosten für den Sehtest

Der Sehtest beim Augenarzt, dessen Ergebnisse Ihnen auf Anfrage ausgehändigt werden müssen, ist auch für gesetzlich Versicherte eine Kassenleistung und kostet nichts.

Ein Sehtest beim Optiker kann mit 10 bis 20 Euro berechnet werden. Wenn Sie bei diesem Optiker dann auch Ihre Brille kaufen, wird der Test oft aus Kulanzgründen nicht in Rechnung gestellt. Wenn nicht, erhebt der Optiker allerdings meist Anspruch auf Bezahlung seiner Leistung. 

11.3 Der Sehtest bei Alterssichtigkeit

Besteht Verdacht auf eine Alterssichtigkeit, kommt zu den üblichen Messungen mit dem Autorefraktometer und der Brillenglasbestimmung für die Fernkorrektur noch ein Test der Nahsicht hinzu. Dabei werden Ihnen Sehtafeln in komfortabler Leseentfernung präsentiert, die Sie mit Ihrer optimalen Fernkorrektur und einer Auswahl von Testlinsen zur Ermittlung der notwendigen Addition vorlesen müssen. 

11.4 Gleitsichtgläser: Was bedeuten die Werte im Brillenpass?

Wenn Sie Gleitsichtgläser tragen, finden sich im Brillenpass für jedes Auge mindestens zwei Angaben: Sphäre (abgekürzt Sph) und Addition (abgekürzt Add). Beide Werte werden in Dioptrien angegeben. Die Sphäre ist der Korrekturwert für die Fernsicht: Kurzsichtige haben hier negative, Weitsichtige positive Werte. Die Addition ist die Korrektur für die Alterssichtigkeit: Um auch in der Nähe scharf sehen zu können, brauchen Sie ein paar positive Dioptrien als Ersatz für die fehlende Akkommodation Ihrer Augenlinse. Typische Werte für die Addition liegen zwischen einer und drei Dioptrien. Die Bezeichnung Addition weist schon darauf hin: Der Brechwert Ihrer Brillengläser in der Nahzone ergibt sich durch Addieren von Sphäre und Addition.

Brillenpass für eine Brille mit Gleitsichtgläsern

Außerdem findet sich im Brillenpass meist die Pupillendistanz (abgekürzt PD), angegeben in Millimeter. Weitere Angaben können Achse (abgekürzt A) und Zylinder (abgekürzt Zyl oder Cyl) betreffen: Diese beziehen sich auf eine bestehende Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Hier ist die Hornhaut des Auges nicht gleichmäßig gewölbt wie ein Fußball, sondern eher wie ein Rugbyball. Der Zylinderwert gibt die Stärke der Verkrümmung an, und die Achse ihre Orientierung. Astigmatismus ist ebenso unabhängig von der Alterssichtigkeit wie Kurz- oder Weitsichtigkeit. Näheres zu dieser Fehlsichtigkeit erfahren Sie in unserem Artikel über Hornhautverkrümmung. Achse und Zylinder können selbstverständlich auch in Gleitsichtgläser eingearbeitet werden. 

11.4.1 Zusammenhang zwischen Stärke der Lesebrille und Addition der Gleitsichtgläser

Angenommen, Sie sind kurzsichtig und haben für die Fernkorrektur den Wert Sph = -1,5 dpt. Ihre Alterssichtigkeit wird mit einer Addition von Add = +2,5 dpt korrigiert. Das bedeutet, der Nahteil Ihrer Gleitsichtgläser hat einen Korrekturwert von -1,5 dpt + 2,5 dpt = +1 dpt. Wenn Sie statt Ihrer Gleitsichtbrille zum Lesen eine Lesebrille tragen würden, müsste diese einen Dioptrienwert von +1 dpt haben.

Oder andersherum: Sie sind leicht weitsichtig und hatten bislang eine Fernbrille mit einem Korrekturwert von +1 dpt. Zum Lesen reicht diese Brille nicht mehr aus, und Sie haben sich zusätzlich eine Lesebrille mit +2,5 dpt angeschafft. Wenn Sie jetzt auf Gleitsichtgläser umsteigen und Ihre Korrekturwerte gleich geblieben sind, werden Sie folgende Werte haben: Sph = +1dpt Add = +1,5 dpt (denn aus Sph+Add ergibt sich wieder die Nahwirkung von +2,5 dpt).

11.5 Zentrierung bei Gleitsichtgläsern

Die Zentrierung von Brillengläsern stellt sicher, dass die Punkte der Gläser, durch die Sie am häufigsten hindurchschauen, auch die beste Abbildungsqualität liefern. Klar, dass das bei Gleitsichtgläsern besonders wichtig ist: Zonen, die unscharf und verzerrt abbilden, lassen sich im Gleitsichtglas-Design prinzipiell nicht ganz vermeiden – und die sollten natürlich möglichst dort sein, wo Sie normalerweise nicht hinschauen. 

Außerdem ist bei Gleitsichtgläsern wichtig, dass Sie, wenn Ihr Blick bei vielen alltäglichen Sehaufgaben im Zwischen- und Nahbereich von geradeaus graduell nach unten und ein Stück einwärts wandert, möglichst jeweils die passende Korrekturwirkung direkt in Blickrichtung haben.

Um das zu gewährleisten, müssen wir nicht nur den Abstand Ihrer Pupillen kennen, sondern auch wissen, in welcher Höhe Sie durch Ihre Brillengläser schauen. Das heißt, für die Zentrierung von Gleitsichtgläsern bei EYEGLASS24 benötigen wir Ihren sogenannten Durchblickspunkt: das ist für jedes Brillenglas der Punkt, durch den Sie entspannt in die Ferne schauen. Falls in Ihre Brille bereits Gleitsichtgläser eingearbeitet sind, können wir den Durchblickspunkt ganz einfach aus den alten Gläsern übernehmen. Falls sich noch keine Gleitsichtgläser in Ihrer Brille befinden, werden wir den Durchblickspunkt gemeinsam mit Ihnen ermitteln. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Bevor Sie Ihre Brillenfassung verpacken und zu uns schicken, bitten wir Sie noch um ein Foto mit Brille auf der Nase, auf dem Sie geradeaus in Ihrer natürlichen Haltung in die Kamera blicken. Damit wir aus dem Foto die relevanten Maße zuverlässig ablesen können, muss ein Gegenstand mit im Bild sein, dessen Abmessungen wir genau kennen – zum Beispiel eine CD.

Wichtig für die Zentrierung von Gleitsichtgläsern: Der Durchblickspunkt

Werden die Gleitsichtgläser um den Durchblickspunkt der Fernzone herum zentriert, passt alles andere normalerweise automatisch: Progressionszone und Nahzone liegen so, dass Sie auch auf mittlere und nahe Distanzen scharf sehen.

Anders macht der Optiker das auch nicht – nur, dass Sie dann persönlich vor Ort sind und der Durchblickspunkt direkt mit Filzstift auf Ihrem Brillenglas angezeichnet oder von einer computergestützten Videozentrierstation aufgenommen wird.

 

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12. Alternativen zu Gleitsichtgläsern

Neben dem “fliegenden” Wechsel zwischen Lese- und Fernbrille gibt es zur Korrektur einer Altersweitsichtigkeit noch eine Reihe anderer Alternativen zu Gleitsichtgläsern. 

12.1 Bifokal- oder Trifokalgläser

Mit den zwei Sehbereichen eines Bifokalglases haben Sie scharfe Sicht beim Lesen und auf weite Distanzen. Um das zu realisieren, werden zwei geeignete Einstärkenlinsen zusammengesetzt: Ein Bifokalglas hat eine sichtbare Trennkante zwischen Nah- und Fernbereich. Pluspunkt: Keine Randunschärfen wie bei Gleitsichtgläsern. Keine Eingewöhnungszeit. Minuspunkte: Keine Korrektur für mittlere Entfernungen, Bildsprung beim Übergang zwischen Nähe und Ferne, Ästhetik.

Trifokalgläser haben zusätzlich zum Fern- und Nahbereich einen kleinen, ebenfalls deutlich sichtbaren Glaseinsatz, der scharfe Sicht im Zwischenbereich ermöglicht. Dadurch kommen allerdings weitere Bildsprünge hinzu.

Im Angebot von EYEGLASS24 finden Sie auch Bifokalgläser.

12.2 Arbeitsplatzgläser

Arbeitsplatzgläser sind im Prinzip spezialisierte Gleitsichtgläser: Ihre Korrekturwirkung ist auf den Bereich naher und mittlerer Entfernungen beschränkt. Hier bieten sie dafür groß dimensionierte Sehzonen und damit besonders komfortables Sehen am Computerarbeitsplatz im Büro sowie für viele handwerkliche Nahtätigkeiten. Arbeitsplatzgläser (auch als Officegläser, Nahkomfortgläser oder Bildschirmarbeitsplatzbrille bekannt) ermöglichen Alterssichtigen eine nacken- und rückenschonende, ergonomische Haltung am Schreibtisch oder Werktisch. Arbeitsplatzgläser von EYEGLASS24 lassen sich für Arbeitsentfernungen zwischen 40 und 160 Zentimeter optimieren.

12.3 Digital Brillengläser

Digital Brillengläser sind eine von Carl Zeiss angebotene Unterstützung bei beginnender Alterssichtigkeit. Sie bieten nur eine kleine Addition von maximal 1,25 Dioptrien und sind im Vergleich mit klassischen Gleitsichtgläsern auf 20 Prozent kürzere Leseentfernungen optimiert – Zeiss hat ermittelt, dass solche kürzeren Entfernungen typisch für die Interaktion mit Smartphone oder Tablet sind.

Digital Brillengläser sollen gewohnheitsmäßigen Nutzern mobiler digitaler Geräte komfortableres Sehen ermöglichen (Testträger fanden sie auch beim Autofahren nützlich). Zeiss beharrt darauf, dass Digital Brillengläser keine Gleitsichtgläser sind, räumt aber immerhin ein, ihr Design sei “an die Philosophie von Zeiss Gleitsichtgläsern angelehnt”.

12.4 Multifokale Kontaktlinsen

Multifokale Kontaktlinsen übertragen die grundsätzliche Idee des Gleitsichtglases auf die kleinen, auf der Hornhaut des Auges “schwimmenden” Sehhilfen. Trotzdem musste hier eine in einiger Hinsicht ganz neue Lösung gefunden werden: Eine Kontaktlinse bewegt sich mit dem Auge mit, daher ist es nicht wie beim Gleitsichtglas möglich, durch Augen- oder Kopfbewegungen unterschiedliche Bereiche der Linse in Blickrichtung zu bringen. 

Stattdessen liefert die multifokale Kontaktlinse durch konzentrisch angeordnete Zonen unterschiedlicher Brechkraft immer gleichzeitig Bilder für zwei oder drei Sehdistanzen, deren scharfe und unscharfe Anteile sich auf der Netzhaut überlagern. Auch wenn das Gehirn bei der Verarbeitung der visuellen Information den Kontrast noch etwas steigern kann, lässt sich doch nicht vermeiden, dass Träger multifokaler Kontaktlinsen auf jede Entfernung etwas unscharf sehen. Trotzdem – sonst würde ja niemand diese Linsen kaufen – bringen sie mehr visuelle Informationen aus den verschiedenen Entfernungsbereichen auf die Netzhaut, als es ohne Kontaktlinsen oder mit Einstärkenlinsen möglich wäre. 

12.5 KAMRA-Inlay

Ein KAMRA-Inlay ist ein winziger, undurchsichtiger Kunststoffring, der in einem kurzen Eingriff per Laserschnitt direkt vor die Pupille in die obere Schicht der Hornhaut eines Auges implantiert wird. Das Inlay wirkt wie eine Lochblende, die einen Teil der Pupillenöffnung verdeckt. Wie bei der Lochkamera, die für eine scharfe Abbildung gar keine fokussierende Linse benötigt, fallen so überwiegend parallele Strahlenbündel durch die Pupille, und es entsteht trotz Linsenbrechfehler und fehlender Akkommodation ein scharfes Bild auf der Netzhaut.

Mit dem KAMRA-Inlay können Sie recht gut lesen, sind im Nahbereich allerdings einäugig unterwegs. Mit Nahtätigkeiten, bei denen es auf funktionierendes 3D-Sehen (= beidäugiges Sehen) ankommt, kann es Probleme geben (Beispiel: Einfädeln einer Nadel), ebenso bei schlechten Lichtverhältnissen.

Die teure Prozedur wird von einigen LASIK-Zentren angeboten, gern auch in Kombination mit refraktiver Chirurgie zur Korrektur der Fernsicht – mit dem Ideal der Brillenfreiheit im Blick.

12.6 PresbyLASIK

Mit PresbyLASIK (Multifokal-LASIK) wird Alterssichtigen die multifokale Kontaktlinse gewissermaßen direkt in die Hornhaut modelliert. Durch gezielten Laser-Abtrag von Hornhautsubstanz werden auf der Hornhautoberfläche Ringe unterschiedlicher Brechkraft erzeugt.

Die Methode wird von vielen LASIK-Zentren angeboten, ist aber – wie alle Verfahren der refraktären Chirurgie – nicht ganz ohne Risiko (Stichwort trockene Augen). Dazu kommt, dass das Ergebnis ebensowenig ideal sein kann wie die Abbildung durch eine multifokale Kontaktlinse: Die Sicht wird wegen der sich überlagernden scharfen und verschwommenen Bilder prinzipiell etwas unscharf bleiben.

12.7 Monovision-LASIK

Monovision-LASIK “schärft” per Lasermodellierung die Hornhaut eines Auges für die Nahsicht, die des anderen Auges für die Fernsicht. Auch dies ist grundsätzlich eine suboptimale Lösung: Zum einen fehlt der Bereich mittlerer Entfernungen. Zum anderen wird das brillenfreie Sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne monokular, das heißt, echtes räumliches Sehen ist auf keine Distanz möglich. 

Für alle Tätigkeiten, bei denen es auf dreidimensionale Sicht ankommt (etwa beim Autofahren) benötigen Sie auf jeden Fall eine Brille, die die Brechkraft beiden Augen einander angleicht – und damit ist dann wieder nur ein Distanzbereich verfügbar. Um Gleitsichtgläser kommt man also auch mit Monovision kaum herum, nur braucht man sie eben nicht immer.

12.8 Multifokale Intraokularlinsen

Multifokale Intraokularlinsen sind in erster Linie bei Grauem Star eine Alternative zum Ersatz der getrübten Augenlinse durch ein monofokales Implantat. Wie multifokale Kontaktlinsen erzeugen auch multifokale Intraokularlinsen zwei oder drei sich überlagernde Bilder auf der Netzhaut, die jeweils eine scharfe Abbildung naher, ferner und eventuell auch mittlerer Distanzen liefern (sowie die unscharfe Abbildung der jeweils nicht fokussierten Bildinhalte). Damit gibt es die gleichen Probleme wie mit multifokalen Kontaktlinsen: Für alle Distanzen tritt eine gewisse Unschärfe auf. Mit refraktiven und diffraktiven Multifokallinsen stehen zwei verschiedene Prinzipien zur Verfügung, die jedoch in ihrem Effekt nicht grundsätzlich verschieden sind. 

Auch wenn manche Augenkliniken den Ersatz der Augenlinse durch ein multifokales Impantat auch bei Alterssichtigkeit bewerben – angesichts der beschriebenen Unvollkommenheiten von Multifokallinsen erscheint das “Opfern” der ungetrübten Linse zumindest überdenkenswert.

12.9 Akkommodierende Intraokularlinsen

Akkommodierende Intraokularlinsen sind eine weitere Therapiemöglichkeit bei Grauem Star, und werden manchmal auch als Option bei reiner Alterssichtigkeit erwähnt. Im Gegensatz zu multifokalen Intraokularlinsen versprechen akkommodierende Intraokularlinsen (Crystalens, Tetraflex) echte Akkommodation – also die Anpassung der Brennweite an die Sehentfernung. Allerdings ändern diese Linsen dafür nicht wie die natürliche Augenlinse ihre Wölbung, sondern bewegen sich an elastischen Halterungen ein paar Zehntelmillimeter vor und zurück (sich selbst – und damit natürlich auch ihren Brennpunkt). Diese Bewegung wird offenbar durch die Kontraktion des noch funktionsfähigen Ziliarmuskels, der auch für die unwillkürliche Akkommodation der gesunden Augenlinse sorgt, vermittelt – wie genau, weiß man aber nicht.

Durch die Bewegung der künstlichen Augenlinse lässt sich eine Akkommodationsbreite von etwa ein bis zwei Dioptrien realisieren. In Studien zeigte sich jedoch, dass die Akkommodationsfähigkeit der Kunstlinsen leider mit der Zeit nachlässt und im Zeitraum weniger Jahre sogar verloren gehen kann. Als seltene, aber unerfreuliche Komplikation kann sich die Linse im Auge verdrehen – dann muss sie oft sogar wieder entfernt werden.

Bei reiner Alterssichtigkeit ist die teure und mit etlichen Unwaegbarkeiten behaftete Prozedur 

12.10 Brillengläser mit variablem Fokus (Omnifokalgläser)

Brillengläser mit variablem Fokus könnten einmal eine echte Alternative zu Gleitsichtgläsern werden. Die auch Omnifokal-Gläser genannten Korrekturgläser imitieren die natürliche Akkommodation: Sie ermöglichen es, die Brechkraft des gesamten Brillenglases dynamisch an die Seherfordernisse des jeweiligen Moments anzupassen. 

12.10.1 Mechanische Omnifokalgläser

Es gibt bereits Omnifokalgläser, die diese Aufgabe mit mechanischen Mitteln angehen. Hier legt man beim Einstellen der gerade benötigten Sehstärke selbst Hand an – etwa durch Drehen eines an den Brillenbacken befindlichen unaauffälligen Rädchens. 

Mögliche Lösungen sind gegeneinander verschiebbare unregelmäßig gewölbte Linsenanteile, die je nach Position eine steigende Gesamtbrechkraft aufweisen (zum Beispiel Adlens Adjustables: preisgünstig, aber nur eingeschränkt nützlich) oder flüssigkeitsgefüllte Linsen mit elastischer Umhüllung, bei denen durch Regulation des Flüssigkeitsdrucks verschiedene Wölbungen und damit variable Brechwerte realisiert werden. Nach letzterem Prinzip funktionieren Focuss Brillengläser, ebenfalls von Adlens. 

Die Omnifokalgläser aus Großbritannien haben eine Reihe überzeugter Fans. Sie können für Fernkorrekturen zwischen -4 und +6 Dioptrien hergestellt werden und verfügen über eine im Bereich bis +2,5 Dioptrien einstellbare Addition, die jeweils nahezu das gesamte Sehfeld der Brillengläser auf die gerade benötigte Brechkraft bringt. Adlens Focuss sind allerdings zumindest momentan in Deutschland kaum zu bekommen. 

12.10.2 Elektronische Omnifokalgläser

Die Gleitsichtglas-Alternative der Zukunft könnten omnifokale Flüssigkristall-Brillengläser sein, die ihren Brechwert elektronisch gesteuert ändern. Sensoren an der Brillenfassung würden kontinuierlich den Abstand beider Pupillen messen. Ein winziger Prozessor würde daraus ableiten, auf welche Sehentfernung der Träger gerade fokussieren möchte, und die Flüssigkristall-Linse durch winzige Stromimpulse instantan auf die benötigte Addition einstellen. So würden Omnifokallinsen Alterssichtigen idealerweise wieder praktisch natürliches Sehen ermöglichen. 

Den Prototyp der beschriebenen Omnifokalgläser hat das israelische Startup DeepOptics in Arbeit – erste Testreihen mit Versuchspersonen sind, wenn alles gut geht, für 2017 avisiert.

 

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13. Geschichte der Gleitsichtgläser

13.1 Gleitsichtgläser vor 1960: Varilux kam nicht aus dem Nichts

Der erste Versuch, die Herausforderungen von Alterssichtigkeit und Kurzsichtigkeit mit einer Brille zu adressieren, war die Bifokalbrille: Sie wurde bereits im 18. Jahrhundert erfunden (Benjamin Franklin, Mit-Gründervater der USA, war ein “early adopter” und gilt manchen sogar als der Erfinder der zweigeteilten Brillengläser) und erfreute sich seit dem frühen 19. Jahrhundert vor allem in den USA weiter Verbreitung.

Das erste Gleitsichtglas konstruierte der britische Optiker Owen Aves dagegen erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Da zu dieser Zeit an Schleifmaschinen, die komplexe Oberflächenformen realisieren können, noch nicht zu denken war, musste Aves sich mit einfachen geometrischen Grundformen behelfen: Als Vorderseite seines Gleitsichtglases verwendete er ein diagonal geschnittenes Scheibchen aus der Oberfläche eines Zylinders mit elliptischer Grundfläche. Als Rückseite diente ein Ausschnitt aus der Oberfläche eines auf der Spitze stehenden Kegels. Der Zylinder auf der Vorderseite trug die senkrechte, der rückseitige Kegel die waagerechte Komponente der Wölbung bei. So ergab sich eine Linse mit von oben nach unten kontinuierlich ansteigender Brechkraft: Klobig und unvollkommen, aber ohne Zweifel ein Gleitsichtglas. Auf seine Erfindung (“Verbesserungen von und bezüglich auf Multifokallinsen und Ähnliches, sowie eine Methode, dieselben zu schleifen”) erteilte ihm das britische Patentamt das Patent Nummer 15.735.

Aves' Design brachte es allerdings nie über den patentierten Prototypen hinaus. Mehrere folgende Patente schafften es zwar bereits in der Theorie, die Progression der Brechkraft (die Addition) nur auf einer Linsenoberfläche zu realisieren und damit die andere Oberfläche für die individuelle Brillenverordnung für die Fernsicht freizuhalten – aber das, ohne das Problem, wie solche Linsen denn praktisch kommerziell zu fertigen wären, auch nur zu streifen.

Unter der Bezeichnung “Ultrifo” führte der kanadische Optikhersteller Gowlland of Montreal 1922 die ersten im Handel erhältlichen Gleitsichtlinsen ein. Der offenbar mechanisch äußerst begabte Henry Gowlland entwickelte nicht nur das Gleitsicht-Design weiter, sondern überwand auch erstmals die Hürde der maschinellen Produktion multifokaler Glasoberflächen. Trotzdem blieb auch Ultrifo nur eine Fußnote in der Geschichte der Brillengläser. Nach dem Verkauf der Firma an den schon damals global operierenden Optikriesen American Optical wurde die Arbeit an den Gleitsichtlinsen zwar von den Mathematikern Estelle Glancy und Edgar Tillyer fortgeführt – in sein Produktionsprogramm nahm American Optical Gleitsichtgläser (unter dem Markennahmen “Ultravue”) aber erst 1978 wieder auf. 

13.2 Essel, Varilux,1959: Das erste erfolgreiche Gleitsichtglas

In den 1950er Jahren gab es wieder ein Unternehmen, das an das Potential der Multifokallinsen glaubte – und einen Ingenieur, der den mathematischen und technischen Herausforderungen der Materie gewachsen war. Bernard Maitenaz, angestellt beim französischen Augenoptikunternehmen Essel, beschäftigte sich jahrelang nicht nur intensiv mit der Berechnung praktikabler Gleitsichtglas-Oberflächen, sondern auch mit der Entwicklung geeigneter moderner Maschinen für ihre Fertigung. 

1959 brachte Essel die erste überzeugende Variante des Multifokalglas-Designs auf den Markt: das “Varilux”-Gleitsichtglas. Mit 6000 verkauften Gläsern im ersten Jahr blieben die Reaktionen jedoch zunächst eher verhalten. Aber nicht zuletzt dank Essels beharrlicher Überzeugungs-, Weiterbildungs- und Beratungsarbeit unter Optikern (schließlich stellt die Zentrierung von Gleitsichtgläsern ganz neue Anforderungen) wuchsen Interesse und Zufriedenheit der Kunden, und 1969 wurden bereits zwei Millionen Varilux-Gläser verkauft. 

1972 fusionierte Essel mit der Konkurrenz von Silor zu Essilor – bis heute weltweit einer der führenden Hersteller von Brillengläsern und anderen optischen Produkten (in den 1980er Jahren übrigens unter Generaldirektor Bernard Maitenaz). Kontinuierlich erweitert und erneuert, beansprucht die Varilux-Produktreihe auch aktuell noch einen vorderen Platz unter den erfolgreichsten Gleitsichtgläsern. 

13.3 Varilux 2, 1972: Das erste moderne Gleitsichtglas

Gleitsichtgläser, wie wir sie grundsätzlich auch heute kennen, wurden, so könnte man sagen, erst 1972 geboren. Das in diesem Jahr eingeführte Varilux 2-Gleitsichtglas nahm mit seiner vollständig asphärischen Oberfläche auch in den Sehbereichen Abschied von der kugeligen Wölbung: eine kleine Revolution in der Augenoptik. Mit dem neuen, sogenannten “weichen” Design – auch ein Patent von Maitenaz – ergab sich zwar eine etwas weniger scharfe Sicht in den Sehzonen, dafür konnten aber die problematischen Abbildungsfehler in den Randzonen der Gleitsichtgläser erstmals abgemildert werden. Das Ergebnis: schärfere periphere Sicht. 1975 wurden etwa drei Millionen Varilux 2-Gläser verkauft. 

13.4 1980er: Neue Mitspieler auf dem Gleitsichtglas-Markt

Ab den 1970er Jahren wird der von Essilor gebahnte Weg auch von anderen Herstellern beschritten. Nach dem Einstieg von American Optical präsentiert auch Rodenstock 1981 mit Progressiv R ein eigenes Gleitsichtglas. Carl Zeiss vertrieb anfangs unter dem Namen Gradal 2 das Varilux 2-Design, stellt aber 1983 mit Gradal HS ein erstes selbst entwickeltes Multifokalglas vor. 

Durch das sogenannte horizontalsymmetrische Design von Gradal HS befinden sich beim Blick zur Seite identische optische Bereiche der Brillengläser vor beiden Augen. Das ermöglicht dem Träger wesentlich komfortableres Binokularsehen – und setzt Maßstäbe, die in den 1990er Jahren zum neuen Standard werden. Das ausgeprägte “Schwimmen” und “Schaukeln” der peripheren Sicht, das viele Gleitsichtträger so irritiert und entmutigt hatte, lässt sich mit dem neuen Design bei korrekter Zentrierung wesentlich mildern. 

In den Achtzigern steigt auch Japan ein: Mit Hoyalux bietet Hoya nun ein eigenes Markengleitsichtglas an. Seiko ist ebenfalls schon am Start. Mit American Optical und dem australischen Unternehmen SOLA (gehört seit 2005 zu Carl Zeiss) formiert sich die Konkurrenz in Übersee. Damit sind Mitte der 1980er Jahre fast alle der heute großen Akteure des modernen Gleitsichtglas-Marktes etabliert.

13.5 1990er: Besser, besser ... und noch besser

Mit dem Design-Loop macht man in den 1990er Jahren bei Essilor die ersten Schritte auf dem Weg von der universalen mathematischen “Design-Formel” zur pragmatischen Individualisierung von Gleitsichtgläsern (auch wenn es damals noch um die Entwicklung der idealen Korrektur für das “Durchschnittsauge” ging): Versuchspersonen mit unterschiedlich fortgeschrittener Alterssichtigkeit und unterschiedlichen Fehlsichtigkeiten wurden zu ihrem Seherlebnis mit Varilux-Gleitsichtgläsern befragt und getestet, das Design für verschiedene Stärkenbereiche von Addition, Sphäre und Zylinder/Achse angepasst, die Befragungen wiederholt – das alles mehrere Male. Multi Design nennt sich das neue Konzept, das bald auch von allen anderen Herstellern adoptiert wird.

13.6 2000: Hin zum “maßgeschneiderten” Gleitsichtglas

Im Wettbewerb um noch komfortableres Sehen – und Marktanteile! – bringt die Jahrtausendwende einen erneuten Innovationsschub. Dank computergesteuerter Fräsen können die Oberflächen von Gleitsichtgläsern nun Punkt für Punkt geschliffen werden – Vorder- und Rückseite, Glas für Glas. Eine Fräse kann unendlich viele Designs realisieren, und so steht mit den Freiform-Gläsern auch einem komplett personalisierten Gleitsichtglas-Design nichts mehr im Wege. 

Bislang halten die Hersteller sogenannte Blanks vorrätig, bei denen die Vorderfläche bereits mit dem progressiven Design (der Addition) versehen war. Erst nach Bestellung durch einen Optiker wird die Rückseite eines passenden Blanks mit der sphärischen und zlindrischen Korrektur für die Fernsicht versehen. Für ihre hochwertigsten Freeform-Designs gehen die Hersteller nun dazu über, das gesamte Glasdesign erst auf Bestellung zu berechnen und zu fertigen. 

Bei der Optimierung des Designs können mehrere individuelle Parameter des Kunden berücksichtigt und Anteile von Addition, Sphäre und Zylinder sogar ganz nach Bedarf frei auf Vorder- und Rückseite der Gläser verteilt werden. Die aufwändige, durch den Optiker durchgeführte Vermessung von Augen, Gesicht, Abmessungen und Sitz der Brillenfassung (bei einigen Herstellern auch von typischen Kopf- und Augenbewegungen des Kunden), zunehmend mit speziellen halbautomatischen Mess- und Zentrierstationen, spielt für diese Produkte eine wichtige Rolle. 

Die ersten maßgefertigten Gleitsichtgläser kommen im Jahr 2000 auf den Markt: Gradal Individual von Zeiss und Impression ILT von Rodenstock optimieren das Glasdesign erstmals für Pupillendistanz, Hornhautscheitelabstand, Fassungsscheibenwinkel und Vorneigung der Brillenfassung. Die anderen Hersteller ziehen nach.

13.6 Heute: Angekommen?

Mit der Einführung der individualisierten Gleitsichtgläser scheint nun fast alles Machbare aus der Idee des Gleitsichglas-Designs herausgeholt. In den nächsten Jahren fächert sich die Produktpalette weiter auf, der Trend geht auch für Alterssichtige zum Zweitpaar Brillengläser: Im Angebot sind nun spezialisierte Gleitsichtgläser für Computerarbeit und Hobby, für den Sport oder für Autofahrer, sowie verschiedene Varianten von Starter-Gleitsichtgläsern für beginnende Alterssichtigkeit.

Die Technologie ist etabliert, der Markt steht auch kleineren Herstellern (OGA, Ophthalmika) offen – schließlich reichen, salopp gesagt, ein sehr leistungsfähiger Rechner und eine CNC-Fräse heute aus, um aus einem Brillenglasrohling ein Freiform-Gleitsichtglas zu fertigen. 

Gleitsichtgläser werden immer besser – gleichzeitig tauchen aber Innovationen auf , die das Problem Multifokalglas ganz neu angehen: Omnifokal-Brillengläser, deren Fokus zunächst mechanisch, später elektronisch variierbar ist, lassen die Möglichkeit ahnen, Alterssichtigkeit ohne den Kompromiss segmentierter, eingeschränkter Sehzonen ganz natürlich zu korrigieren. Mechanische Omnifokalgläser bleiben aufgrund ihrer Limitationen (vorerst?) ein Nischenprodukt. Werden elektronische Omnifokalgläser (im Moment wahrscheinlich noch mehrere Jahre von der Marktreife entfernt) in Zukunft Gleitsichtgläsern ernsthaft Konkurrenz machen?

 

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